Praktikanten

Lucas-Gabriel Konstanty, 24.10.-28.10.2011

Am Montag, dem 24. Oktober, kam ich zum ersten Mal in das Jakob-Kaiser-Haus, welches für die Zeit meines Praktikums bei meinem Mentor Jürgen Hardt (MdB) der Ausgangspunkt von Veranstaltungen und Terminen war.

Zunächst wurde ich herzlich von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Jürgen Hardts begrüßt und in Empfang genommen. Notwendig für den Zutritt zu den Gebäuden des Deutschen Bundestags ist ein Hausausweis, der mir ausgestellt wurde. Anschließend wurden mir alle Termine der Woche gezeigt, zu denen Jürgen Hardt eingeladen wurde. Nun habe ich mir Veranstaltungen ausgesucht, die mein Interesse weckten und welche ich unbedingt besuchen wollte.

Dabei fiel mir der Besuch Jean Claude Trichets, zur gegebenen Zeit Präsident der EZB, in der Humboldt Universität ins Auge. Diese Veranstaltung versprach spannend und möglichweise sogar angespannt zu werden, da unter den Zuhörern auch Studenten sein sollten, die die Vorgehensweise der EZB als falsch empfanden und diese verurteilten.

Zunächst wurden mir nach Erstellung des Hausausweises die Gebäude des Deutschen Bundestages, das Jakob-Kaiser-, das Paul-Löbbe-Haus und das Reichstagsgebäude, gezeigt. Ich merkte schnell, dass die mir gezeigten Orte eher selten in den Medien zu sehen sind und dass die öffentlich bekannten Schauplätze der Politik nur ein Bruchteil dessen widerspiegeln, was politische Arbeit ausmacht.

Ich sah Räume in denen AGs, Ausschusssitzungen, Anhörungen und Recherchearbeiten stattfinden, überwiegend natürlich auch die Büros der Abgeordneten. Nach der Führung durch die Gebäude machte ich mich auf den Weg zur Humboldt Universität.

Nach längerer Bearbeitung des Sicherheitspersonals gelang es mir (zu meiner großen Freunde !) letztendlich in das Audimax zu kommen. Der Vortrag war wirklich interessant, wurde aber jedoch von einigen Protestplakaten und auch lautstarken Rufen begleitet. Jean Claude Trichet sprach über die problematische finanzielle Lage einiger Mitgliedstaaten der Europäischen Union und stellte immer wieder die Wichtigkeit der BRD bezüglich der Stabilität in der EU in den Vordergrund.

Nach einem brisanten Vortrag und einigen interessanten Stunden endete der erste Tag in Berlin.

 

Am Dienstag, dem 25. Oktober, nahm ich um 8.00 Uhr an der AG Kommunales teil und lauschte zunächst dem Vorsitzenden Peter Götz (MdB) und seinen Ausführungen, in denen er auf die Überlagerung vieler politisch wichtiger Themen durch die öffentliche Debatte zum Thema Euro-bzw. Europapolitik hinwies und daraufhin mit dem Thema Gebäudesanierung einstieg.

In der AG Kommunales habe ich für Jürgen Hardt Protokoll geführt, da er nicht teilnehmen konnte und somit auf den neusten Stand hingewiesen werden musste.

Am Mittag begleitete ich meinen Mentor, zusammen mit dem anderen Praktikanten Alexander Knirim, auf die Fraktionsebene der im Bundestag vertretenen Parteien. Dort fand ein Fototermin der Abgeordneten aus NRW statt, wobei es durch den Zeitpunkt (direkt vor der Fraktionssitzung) möglich

war viele bundesweit bekannte Politiker, unter anderem Norbert Röttgen, Franz Josef Jung, Philipp Mißfelder und einige andere zu sehen und sogar das ein oder andere kurze Gespräch zu führen.

Diese Begegnungen waren sicherlich tolle Erlebnisse für mich !

Am Nachmittag konnte ich noch an der Arbeitnehmergruppe unter Teilnahme des Parl. Sts. Hans- Joachim Fuchtel teilnehmen. Thema dieser Sitzung war die Altersarmut, schon eingeleitete und folgende Gegenmaßnahmen zur Behebung dieses in der BRD noch zu häufig auftretenden Problems.

Auch der zweite Tag meines Praktikums war sehr spannend und von vielen neuen und erstaunlichen Eindrücken in den politischen Alltag in Berlin geprägt !

 

Am Mittwoch, dem 26.Oktober, erwarteten mich zwei interessante Veranstaltungen.

Am Morgen nahm ich an der Führung durch die Bibliothek des Deutschen Bundestages teil und verbrachte ein paar Stunden in dieser großen, modernen und sehr hell gestalteten Bibliothek, die sich durch eine doppelte Brücke über die Spree an das Paul-Löbbe-Haus anschließt.

Es wurden uns dabei die vielfältigen Themenbereiche der nicht öffentlich zugängigen Bibliothek gezeigt und auch die Verwendungszwecke von weitreichenden bzw. weit zurück reichenden Protokollen der Bundestagssitzungen erläutert.

Außerdem wurde uns auch die Arbeit der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern veranschaulicht und damit wurde auch der Sinn und Zweck dieser von den Gebäuden des Deutschen Bundestags schnell erreichbaren Bibliothek deutlicher.

Am Nachmittag nahm ich ein paar Stunden an den Debatten der Mitglieder des Deutschen Bundestags auf einer Besuchertribüne des Plenarsaals teil und verfolgte immer wieder gespannt die „Gegenreden“ und Angriffe der Opposition auf die Regierung, welche mir zum Teil absurd vorkamen, andere jedoch nachvollziehbar und verständlich erschienen.

Die Bandbreite der Themen war überaus weit gefächert, da sie von der Thematik des Kommunalen, über das Kindergeld, bis hin zur Verteidigungspolitik reichten.

Auch dieser Tag ging rasant vorbei und blieb mir bis heute in Erinnerung.

 

Am Donnertag, dem 27. Oktober, begann der Tag mit einem sehr interessanten Termin:

Der niederländische Botschafter Herr Kopp war zu Gast bei Jürgen Hardt.

Im persönlichen Gespräch befassten sich Herr Kropp und Herr Hardt mit den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verbindungen der Niederlande zur BRD. Es wurden gemeinsame

politische Veranstaltungen besprochen und bewertet. Außerdem unterhielt man sich eingehend über den Informationsaustausch der beiden Länder und die bestmögliche Unterrichtung des jeweils anderen zur aktuellen politischen Lage des jeweiligen Landes.

Des Weiteren wurden auch die Grenzregionen zwischen der BRD und den Niederlanden thematisiert, da diese für beide Gesprächspartner von großer Bedeutung seien, die Beziehungen weiterhin zu verbessern und auch die Sprachbarriere niedriger werden zu lassen.

Nach einem spannenden Gespräch ging ich mit Alexander Knirim zum Untersuchungsausschuss Gorleben in den Europasaal.

Dieser Untersuchungsausschuss befasste sich detailliert mit dem Transport des radioaktiven Mülls in das Zwischenlager und der folgenden Lagerung in diesem.

Am Nachmittag hatte ich noch die Möglichkeit beim Zusammentreffen der Deutsch-Britischen Parlamentariergruppe dabei sein zu können.

Thema des in englischer Sprache geführten Austausches war die Vorstellung der Arbeit des „British Council“ in Deutschland.

Auffällig bei der Unterhaltung war der hohe Anspruch der britischen Seite die englische Sprache so weit wie möglich zu verbreiten, attraktiv und in Deutschland noch präsenter zu gestalten.

Das „ British Council“ ist wohl mit dem deutschen „Goethe Institut“ zu vergleichen und verfolgt das Ziel der Verbreitung der britischen Kultur.

 

Am Freitag, dem 28. Oktober, stand nur noch ein Termin auf meiner Tagesordnung:

Das Einsatzversorgungs-Verbesserungs-Gesetz stand nach 2. bzw. 3. Lesung zur Abstimmung.

Jürgen Hardt hat selbst an diesem Gesetzesentwurf mitgewirkt, sodass die Abstimmung mit Spannung erwartet wurde.

Auch ich war zu diesem Zeitpunkt, wie auch einige Soldaten der Bundeswehr und Oberst Kirsch, im Plenarsaal und verfolgte die Debatte zu diesem Gesetzesentwurf, welcher bei allen Fraktionen auf Zustimmung stieß und somit die Abstimmung sehr positiv ausfallen ließ !

Insgesamt lässt sich von meiner Seite aus sagen, dass es ein leider sehr schnell vergangenes, jedoch umso spannenderes und interessantes Praktikum gewesen ist !

Mir wurden Einblicke in den politischen Alltag in Berlin gewährt, die nur Wenige erfahren können und vor allem habe ich in dieser einen Woche sehr viel gelernt.

Der Einblick bzw. der verbleibende Eindruck, der Tag für Tag durch die Medien vermittelt wird, ist nur ein winziger Ausschnitt der wirklichen politischen Arbeit, die hinter den Kulissen abläuft und den eigentlichen Aufwand darstellt.

Mir war vor Antritt meines Praktikums überhaupt nicht bewusst, welche Stufen und Bahnen ein Vorschlag einer Bundestagsfraktion bis hin zum wirklichen Gesetz nehmen muss, damit es erst zur Abstimmung freigegeben wird.

Lucas-Gabriel Konstanty

 

 

Alexander Knirim, 4.10.-28.10.11

Ab und an wenn ich mit Menschen über Politik diskutiere, kommen diese abgedroschenen Sprüche: „Die sollten MICH da mal ran lassen, ich kann das besser als die“ oder „Die machen doch so oder so nichts und sind überbezahlt“. Dann sage ich immer „Falsch“! Und zwar mit Recht.
 
In meinem Praktikum bei Jürgen Hardt MdB in Berlin konnte ich aus nächster Nähe erfahren, dass diese Floskeln nicht zutreffen. Schon seit meiner Schulzeit habe ich mich intensiv mit der Politik auseinander gesetzt. Nicht zuletzt war dies auch einer der Gründe warum ich mich dazu entschlossen habe, Geschichte zu studieren. Aber wissen, wie wir dahin gekommen sind wo wir sind und wieso die Umstände so sind wie sie sind, ist das eine, am Herzschlag der gegenwärtigen Politik zu horchen das andere. Letzteres war mein Wunsch, als ich mich für einen Praktikumsplatz im Bundestag bewarb. Dieser Wunsch wurde mir erfüllt.
 
Am Anfang stand noch die Sorge, sich nur mit Kaffeekochen oder dem Abtippen von Texten begnügen zu müssen. Doch nach wenigen Stunden wurde mir klar: Hier wird am politischen Leben teilgenommen! Das dazu auch Kaffeekochen und Aktensortieren gehört versteht sich von selbst, aber eben auch die Teilnahme am politischen Tagesgeschäft durch Anfertigen von Vermerken, Selektieren von Informationen und Anhören von Ausschüssen oder Plenardebatten.
 
Die erste Aufgabenstellung führte mich zur Recherche. Als Gast bei einer Jubiläumsfeier wollte Herr Hardt über die Grundlagen der Branche informiert werden. Das dann drei Stunden vorher das Telefon ging und der Chef sagte: „Herr Knirim, das müssen Sie mir aber noch nachreichen. Also bis gleich“ kann einem im ersten Moment schon mal unter Zeitdruck setzen. But learning by doing. Dass dabei immer ein kompetenter Mitarbeiter in der Nähe war, machte das Einarbeiten deutlich leichter. So fand ich mich schon bald recht gut im täglichen Aufgabenbereich zurecht. Auch wenn es einige Ausflüge benötigte, bis sich mir die Wirren des Tunnelsystems offenbarten. Diese dann aber verinnerlicht zu haben, brachte Freiheit mit sich.
 
Im Verteidigungsausschuss musste etwas abgeholt werden: „Herr Knirim, gehen Sie schnell?“ und schon hatte man die Möglichkeit durch den inneren Zirkel der politischen Bundesrepublik zu laufen. Reichstag, Paul-Löbe-Haus und wieder zurück. Dabei noch fast den Herrn Minister umgerannt und schnell wieder an die Arbeit. Diese stand ganz unter dem Zeichen der Eurorettung und der Bundeswehrreform. Was kann der EFSF und was kann er nicht? Wird der Standort der Bundeswehr geschlossen oder doch nur verkleinert? Und was sagt der General aus Indien zur Sicherheitslage in Afghanistan? Die Beachtung dieser und ähnlicher Fragen wurde zur Maxime und die Zeit verging wie im Flug. Die Abstimmung zur Erweiterung des EFSF stand am Ende meines Praktikums an, Regierungserklärung inklusive.
 
Einen Tag vorher ging es auf die Fraktionsebene. Beim Ausstieg aus dem Fahrstuhl hatte man das Gefühl, in ein Bienennest aufgefahren zu sein. Kameras, Journalisten, Politiker, Referenten, Mitarbeiter, Schüler usw. Alles ging durcheinander und immer wenn der Fahrstuhl aus der Tiefe kam, wurde mit Spannung erwartet, welche Persönlichkeit gerade angekommen war. Aus dem einen stieg Herr Kauder und wurde um einen Kommentar gebeten. Direkt nebenan arbeitete Herr Steinmeier an dem öffentlichen Standpunkt der Opposition.
 
Als Fazit lässt sich festhalten: Wer den Bundestag nicht von Innen kennengelernt hat, weiß nicht wie die Arbeit der Menschen im Herzen unserer Demokratie zu bewerten ist. Wenn ich das nächste mal wieder in eine Diskussion verwickelt werde wo mir gesagt wird „Die machen doch so oder so nichts und sind überbezahlt“ rufe ich wieder Falsch! Aber diesmal kann ich ihnen auch noch aus eigener Erfahrung erklären wie falsch sie wirklich liegen. Herrn Hardt sei Dank!

Alexander Knirim
 

Kai Schönfeld, 22.8.-20.9.2011

 

 

Sophie von Minckwitz, 11.4. - 31.05.2011

 

Bild: Sophie von Minckwitz mit Jürgen Hardt vor seinem Abgeordnetenbüro im Berliner Jakob-Kaiser-Haus, ©www.juergenhardt.de

Wenn ich gefragt wurde, was ich zurzeit so mache und meine Antwort lautete: ,, Ich bin Praktikantin im Bundestag", war die erste Reaktion stets Staunen und Bewunderung. Ein Job bei der ,,Regierung", Traum eines Jeden! Die zweite Reaktion klang eher ernüchternd: ,,Wahrscheinlich hockst du den ganzen Tag im Büro vor´m PC!" Mitnichten!
 
Naja, natürlich auch, aber was man dort so sieht und hört ist höchst interessant für jeden, der Organisationstalent, Networking oder auch Bürgernähe entwickeln möchte. Meine Zeit bei Herrn Hardt und seinem Team war ein Crashkurs im ,,political life“. Ich lernte nicht nur den verwinkelten Regierungs- und Parlamentskomplex genauer kennen, sondern besuchte Unterarbeitsgruppen der „Verteidigung“ zum Thema ,,Attraktivität der Bundeswehr“, die Arbeitsgruppe Europa der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, den Europaausschuss des Deutschen Bundestages und ein Berichterstattergespräch von Abgeordneten bezüglich eines einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrs. Somit konnte ich den Weg, den Anträge durchlaufen müssen, von Beginn an mitverfolgen und nachvollziehen. Ich recherchierte, hielt „die Stellung“ im Büro, half bei organisatorischen Dingen und der Betreuung von Besuchergruppen.
 
Das „WHO´S WHO“ der deutschen Politikszene blieb mir auch nicht länger verborgen. Ich hatte das Vergnügen an Kongressen, Debatten und einer Fraktionssitzung teilzunehmen, in denen die Diskussion zum Thema ,,Metropolen- Perspektiven politischer Gestaltungskraft", die Flüchtlingsströme sowie die Energiewende den Mittelpunkt bildeten oder Bundeskanzlerin Merkel über aktuelle politische Ereignisse, u.a. die fortlaufenden Unruhen in Nordafrika, informierte. Aber auch an einer Sitzung bei sich Außenminister Westerwelle mit Abgeordneten austauschte, nahm ich teil.
 
All dies ermöglichte mir, Nachrichten und Meldungen, die ich sonst ausschließlich in Zeitungen, Internet und Fernsehen verfolge, live in der Diskussion mitzuerleben. Neue Standpunkte, politische Strömungen und daraus resultierende Schlussfolgerungen zu berücksichtigen und kritisch abzuwägen, vor allem bei so heiklen Themen, wie dem Rettungsschirm für die krisengebeutelten Länder Portugal und Griechenland.
 
Das Praktikum war das, was sich jeder wünscht, aber nicht jeder bekommt: Spannend, lehrreich, informativ und noch dazu mit viel Spaß verbunden. Alles in allem sehr empfehlenswert!
 

David Bendels, 7.2. - 8.4.2011

Im Rahmen meines politikwissenschaftlichen Masterstudiengangs „Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung“ an der Universität Duisburg-Essen hatte ich mir vorgenommen, vor Beginn meiner Examensarbeit, ein zweimonatiges Praktikum im Deutschen Bundestag zu absolvieren. Bei Jürgen Hardt bewarb ich mich aus zwei Gründen: Ich wollte zum einen gerne bei einem CDU-Abgeordneten aus NRW  hospitieren, und zum anderen war die Tatsache, dass Jürgen Hardt Mitglied im Verteidigungssauschuss des Deutschen Bundestages ist, auschlaggebend für diese Wahl. Außen,- Sicherheits- und Verteidigungspolitik sind die Politikfelder, die einen Schwerpunkt meines Studiums bilden. So war ich sehr erfreut, als ich die Zusage erhielt, vom 7. Februar 2011 bis zum 8. April 2011 ein Praktikum in Jürgen Hardts Büro absolvieren zu dürfen.

Nunmehr liegen bereits über sechs Wochen meines Praktikums hinter mir. Im Rückblick war der Zeitpunkt meines Praktikums außerordentlich günstig bzw. glücklich gewählt, denn in den vergangenen sechs Wochen standen sehr viele bewegende Themen auf der politischen Agenda des Deutschen Bundestages, so beispielsweise die Debatte um Karl-Theodor zu Guttenberg und eine darauf folgende Kabinettsumbildung, der Euro-Stabilisierungspakt, die Entwicklungen in der arabischen Welt und die erschütternde Katastrophe in Japan. Darüberhinaus kam ich in den Genuss an vielen Veranstaltungen im Rahmen des Praktikantenprogramms der  CDU/CSU- Fraktion teilnehmen zu dürfen. Zudem wurde ich von Beginn an von Herrn Hardt und seinen vier Mitarbeitern sehr freundlich und kollegial aufgenommen und sofort voll in die täglichen Arbeitsabläufe eingebunden. Dies waren natürlich sehr günstige Voraussetzungen, um den parlamentarischen Betrieb des Deutschen Bundestages und die tägliche Arbeit eines Bundestagsabgeordneten tiefgreifend kennen zu lernen.  

Bereits am zweiten Tag meines Praktikums konnte ich der CDU/CSU-Fraktionssitzung beiwohnen, in der neben der Diskussion über tagespolitische Themen, die Ausführungen der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen zur Hartz-IV-Reform im Fokus standen. In der ersten Woche konnte ich zudem die Vernehmungen von Kanzlerin Merkel und Frank Walter Steinmeier vor dem Kunduz-Untersuchungsausschuss von der Besuchertribühne live verfolgen. Des Weiteren durfte ich zahlreiche Sitzungen der Ausschüsse und Arbeitsgruppen für „Europa“ sowie „Verteidigung“ verfolgen. Den parlamentarischen Gesetzgebungsprozess der Bundeswehrreform hautnah mitzuerleben, war für mich als Politikwissenschaftler besonders interessant und eindrucksvoll.

Daneben befasste ich mich mit vielen Arbeitsvorgängen. So erstellte ich Vermerke zur Vorbereitung von Arbeitsgruppen- und Ausschusssitzungen, bearbeitete Bürgeranfragen aus dem Wahlkreis und entwarf Reden und Pressemitteilungen. Das ermöglichte mir einen umfassenden Einblick in die parlamentarischen Abläufe und die Arbeit eines Abgeordnetenbüros. Trotz seines naturgemäß sehr straffen Terminplans nahm sich Herr Hardt die Zeit, um mir die Feinheiten des politischen Geschehens näher zu bringen und mit mir über tagesaktuelle politische Themen zu diskutieren.

Auch die gelegentlichen Besuche der Plenarsitzungen des Deutschen Bundestages im Reichstag haben bei mir einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. So z.B. die Regierungserklärung zur aktuellen Entwicklung in Nordafrika, die Aktuelle Stunde bezüglich der Dissertation von Karl-Theodor zu Guttenberg, die Debatten über die Bundeswehr- und Hartz-IV-Reformen und die Vereidigung des neuen Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich. Herr Hardt hielt diesem Rahmen eine Plenarrede zur Bundeswehrreform, bei deren Erstellung ich selber mitwirken durfte.

Weitere großartige Erlebnisse der vergangenen sechs Wochen waren: Eine Besichtigung des Deutschen Bundesrates, eine Führung durch das Bundeskanzleramt, eine Veranstaltung zur Zukunft der deutschen Sprache mit der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller sowie eine lebhafte und erkenntnisreiche Diskussionsveranstaltung mit Finanzminister Dr. Wolfgang Schäuble im Bundesfinanzministerium. Eine ganz besondere Freude und ein unvergessliches  Erlebnis war die Teilnahme am Großen Zapfenstreich zu Ehren Karl-Theodor zu Guttenbergs im Berliner Bendlerblock.

David Bendels

 

Christiane Möllhoff, 3.1.2011 bis 8.2.2011

Hinter die Kulissen des Deutschen Bundestages schauen und die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten miterleben – eine spannende Erfahrung! Die Möglichkeit, ein Praktikum im Bundestagsbüro von Herrn Hardt zu absolvieren, eröffnete sich für mich ganz kurzfristig: zwischen Weihnachten und Neujahr erhielt ich während einer Wandertour durch den Harz den Anruf von Frau Dietrich mit der Zusage für das Praktikum!

Umso mehr freute ich mich, dass mich das Team von Herrn Hardt bereits Anfang Januar 2011 im verschneiten Berlin willkommen hieß und mich kurzerhand in die tägliche Arbeit des Büros mit integrierte. Für mich ein sehr guter Start in das Jahr 2011! Da ich zuvor Internationale Beziehungen mit einem Schwerpunkt auf Europa in London studiert hatte, war meine Motivation anfangs vor allem die Europapolitik des Bundestages kennenzulernen. Wie wird das deutsche Parlament in die Gestaltung der Europapolitik mit einbezogen, wie funktionieren die Kommunikationskanäle zwischen Bundesregierung und Bundestag, wie gestalten die Abgeordneten die deutsche Europapolitik mit? – mit diesen Fragen kam ich nach Berlin.

Das Praktikum im Bundestagsbüro von Herrn Hardt gab mir weitaus mehr als einen Einblick in die Europapolitik des Deutschen Bundestages. Im Plenum konnte ich spannende Debatten zu aktuell heiß diskutierten Themen mit verfolgen, wie z.B. zur wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und zum ungarischen Mediengesetz während einer Aktuellen Stunde in der letzten Woche. Durch die Teilnahme an einigen Arbeitsgemeinschaften (AGs) der CDU/CSU-Fraktion erlebte ich aus erster Hand, wie unterschiedliche Themen innerhalb der Fraktion diskutiert und koordiniert werden. Die Ausschusssitzungen zeigten, dass das politische Kräftemessen der Parteien inhaltlich nicht etwa im Plenum stattfindet sondern eigentlich in den Ausschüssen. Der eigentliche Willensbildungsprozess ist damit viel weniger medienwirksam inszeniert als dies im Plenum oftmals den Anschein hat!

Spannend auch war es für mich zu sehen, wie Reden vorbereitet  und von Herrn Hardt am Pult des Bundestages – das man sonst nur aus dem Fernsehen kennt – gehalten werden. Wenn Besuchergruppen in den Bundestag kommen, stellt sich auf der Besuchertribüne häufig die Frage, warum so viele Abgeordnetenplätze leer bleiben. Hat man erstmal die Arbeit eines Abgeordneten kennengelernt, weiß man warum: die Abgeordneten haben jeden Tag eine Vielzahl von Terminen wahrzunehmen, verschiedene Ausschusssitzungen liegen zeitlich übereinander; manche wie der Untersuchungsausschuss zum Fall Kundus, in dem Herr Hardt Mitglied ist, finden zeitlich zur selben Zeit statt wie Plenardebatten. Um immer rechtzeitig zu den Abstimmungen zur Stelle zu sein, bedarf es einwandfrei funktionierender Koordinierungskanäle. Das Team von Herrn Hardt ist jedoch sehr gut eingespielt auf die Koordinierung gleichzeitiger Termine per SMS und Handy, sodass dies immer gelingt!

Neben der inhaltlichen Arbeit ist es natürlich auch ein Erlebnis, in den Hallen des „Hohen Hauses“ wandeln zu können – wenn man das System der unterirdischen Gänge zwischen Jakob-Kaiser-Haus, Marie-Elisabeth-Lüders-Haus und Reichstag erstmal durchdrungen hat! Gelegentlich läuft einem dabei auch die Polit-Prominenz wie Frank-Walter Steinmeier oder Franz Josef Jung über den Weg, die man sonst nur im Fernsehen sieht!

Weiterer Pluspunkt: Da Herr Hardt zahlreiche Einladungen zu Diskussionen, Konferenzen und Veranstaltungen bekommt, die er nicht alle wahrnehmen kann, nutzte ich die Chance einige davon zu besuchen, zu aktuellen aber auch wissenschaftlich vielfach interessanten Themen wie kürzlich zur Euro-Rettung. So konnte ich maximal vom „politischen Berlin“ profitieren! Als Bilanz kann ich sagen, dass ich in Berlin eine überaus interessante und ereignisreiche Zeit hatte; durch das Praktikum habe ich die Europapolitik praxisnah kennengelernt und darüber hinaus faszinierende Einblicke gewonnen in die Arbeitsweise des Deutschen Bundestages.

Christiane Möllhoff 

 

Angelina Oberstraß und Daniel Heuser, 30.08.2010 - 30.09.2010

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Kaffeekochen, kopieren, Akten schleppen, Texte abtippen und Langeweile? Wer dies von einem Praktikum erwartet, wird hier ganz schnell eines Besseren belehrt.

Ich traf Anfang dieses Jahres die Entscheidung, dass ich zwischen Abitur und Studium gerne Praxiserfahrung sammeln möchte und entschied mich für ein Praktikum im Bundestag auch im Hinblick auf mein beginnendes Politologiestudium. Die Tatsache, dass ich aus Solingen stamme und vor meinem Praktikum bei Herrn Hardt bereits zwei Praktika bei Herrn Reul, der Abgeordneter im Europäischen Parlament ist, in seinen Abgeordnetenbüros in Brüssel und Straßburg absolvieren durfte, machte mir die Entscheidung zu welchem Abgeordneten ich gehen möchte sehr simpel, da Herr Hardt zum Einem aus meinem Wahlkreis stammt und zum Anderen Mitglied im Ausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union ist. Nachdem ich relativ schnell eine Zusage erhielt, machte ich mich nach der Sommerpause mit vielen Erwartungen auf nach Berlin. Ich hatte bereits einiges gehört über Praktika bei Abgeordneten und war auf das Schlimmste gefasst. Doch es kam alles ganz anders.

Bereits ab meinem ersten Tag wurde ich von allen Mitarbeitern des Büros voll und ganz mit in die Arbeit eingebunden. Zu meinen Aufgaben gehörten vor allem Recherchearbeiten zu politisch aktuellen Themen wie in meinem Fall zum Beispiel der Luftverkehrssteuer, das Energiekonzept und der mögliche Staatsbankrott einiger Staaten in der Europäischen Union. Doch auch Vorbereitungen von Terminen und das Beantworten von Bürgeranfragen lagen in meinem Aufgabenbereich, sodass selbst ich als Wahlkreisansässige noch einiges über meine Stadt lernte. Insgesamt wurde mir bei allen Aufgaben so viel Zeit gelassen, dass ich mich in Ruhe über alle politischen Themen informieren konnte und so schnell einen umfassen                                                                                                                                                                                                               den Einblick über alle Geschehnisse erhaschen durfte. Besondere Highlights waren, dass ich bei der AG Europa und vielen weiteren Terminen von Herrn Hardt teilnehmen durfte und so hautnah bei vielen Aktivitäten dabei war. Hinzu kam, dass man als Mitarbeiter des Bundestages eine Vielzahl von Einladungen für die verschiedensten Veranstaltungen erhält. Auf Grund dessen nahm ich an einigen Veranstaltungen über die künftige Gestalt der EU teil. Zu der Büroarbeit, die ich nur als besonders interessant und einblickreich beschreiben kann, kam zu der Zeit in der ich den Bundestag besuchen durfte das Praktikantenprogramm der Fraktion. Das Programm gab mir nicht nur die Möglichkeit die anderen Praktikanten kennenzulernen, sondern auch eine Vielzahl von Veranstaltungen zu besuchen. So genossen wir zum Beispiel eine Führung durch das Reichstagsgebäude, das Abgeordnetenhaus und Hohenschönhausen- hatten jedoch auch die Möglichkeit an zahlreichen Diskussionsrunden mit führenden Politikern, z.B. dem Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder, teilzunehmen.

Alles in allem hatte ich eine wunderbare Zeit im Bundestag und kann meine Arbeit durchweg als unglaublich interessant und nah an der Politik beschreiben. Nicht nur mein Abgeordneter, sondern auch die Mitarbeiter haben mir viel eigenständiges Arbeiten zugetraut und mir so eine unvergessliche Zeit beschert. Nun bleibt mir nur noch ein Dank auszusprechen für diese schöne Zeit.

Angelina Oberstraß

 

 

Rafael Sarlak (Jugend und Parlament), 05.06. - 10.06.2010

Das Planspiel `Jugend und Parlament´ gibt jungen Menschen jedes Jahr die Möglichkeit, Politik hautnah zu erleben. Ab dem 5. Juni 2010 war der Solinger Schüler Rafael Sarlak für eine Woche zu Besuch bei Jürgen Hardt und ist an Originalschauplätzen in die Rolle eines Bundestagsabgeordneten getreten.

Rafael Sarlak: „Alles in allem war die Reise für mich eine unglaubliche Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin. Jugend und Parlament hat meinen Blickwinkel auf das parlamentarische Geschehen erweitert, mich mit vielen politisch interessierten Jugendlichen aus der ganzen Bundesrepublik zusammengebracht und nicht zuletzt einen Besuch bei unserem Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt ermöglicht, bei dem ich einen tiefen Einblick in seinen Alltag bekommen habe. Für das nächste Jahr kann ich jedem Interessierten nur empfehlen, sich für die Teilnahme am Planspiel zu bewerben!“

 

Nicolas Spengler (Wirtschaftsjunior), 03.05. - 07.05.2010

Im Rahmen des Know-how-Transfers mit den Wirtschaftsjunioren Deutschlands begrüße ich im Mai 2010 einen jungen Wirtschaftsjunior aus Solingen, Herrn Nicolas Spengler, in Berlin.

Bereits zum 16. Mal sind die Wirtschaftsjunioren Gäste im Deutschen Bundestag. Ziel ist es, Unternehmern einen Einblick in den Alltag der Parlamentarier zu geben und den Austausch zwischen Wirtschaft und Politik zu fördern. Insgesamt erleben mehr als 200 junge Unternehmer und Führungskräfte in dieser Woche mit ihren Abgeordneten hautnah das politische Berlin: Die Wirtschaftsjunioren werden die Parlamentarier zu Terminen, Fraktions-, Ausschuss- und Arbeitsgruppensitzungen begleiten.

Ganz wichtig bei dieser Veranstaltung ist der Austauschgedanke. Wir lernen von den jungen Unternehmern, was ihnen unter den Nägeln brennt. Auf der anderen Seite erhalten die Wirtschaftsjunioren einen Einblick in den Alltag eines Politikers und über seine Einflussmöglichkeiten.

 

 

Caroline Schulte, 08.02. - 08.03.2010