25 Jahre Brandanschlag in Solingen

13. Juni 2018

Am 29. Mai 1993 haben vier junge Solinger das Haus der Familie Genç in der Unteren Wernerstraße in Solingen in Brand gesetzt. Fünf Familienmitglieder starben, vierzehn weitere wurden verletzt.

Jedes Jahr begeht die Stadt Solingen friedlich und still das Gedenken  gemeinsam mit der Familie und Solinger Bürgerinnen und Bürger (mit und ohne Migrationshintergrund). Solingen ist zu einem Beispiel für ein gutes Miteinander der Kulturen und Religionen geworden. Es ist ein Geschenk, dass die Familie Genç trotz der Ereignisse vor 25 Jahren in Solingen lebt und die Stadt als ihre Heimat betrachtet.

In diesem Jahr hat Ministerpräsident Armin Laschet zu einer Gedenkveranstaltung in die Düsseldorfer Staatskanzlei eingeladen. Auch Besuch aus Ankara hatte sich angekündigt: Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu kam mit einer Delegation. Im Vorfeld hatte die Bundesregierung unterstrichen, dass es angesichts des anstehenden Wahltermins in der Türkei keinen türkischen Wahlkampf in Deutschland geben darf. Ich habe die Rede von Mevlüt Çavuşoğlu gehört und kann bestätigen, dass er sich daran gehalten hat.

Angela Merkel und Armin Laschet fanden persönliche und bewegende Worte an die Familie Genç. Mevlüde Genç selbst betonte noch einmal ihre versöhnliche Botschaft gegen Hass und Gewalt. Wie schon wenige Tage nach dem Attentat ruft sie immer wieder zu Liebe und Versöhnung unter den Kulturen auf. Zu ihrem persönlichen Schicksal bekannte sie, dass der Schmerz über den Verlust zweier Töchter, zweier Enkelinnen und einer Nichte im Alter eher größer werde. Doch Hass verspüre sie nicht.

Am Rande der Veranstaltung hatte Samir Bouaissa, stellvertretender Personalratsvorsitzender in der Wuppertaler Stadtverwaltung und Landesvorsitzender des “Zentralrats der Muslime in Deutschland”, die Gelegenheit, kurz mit der Bundeskanzlerin zusammen zu treffen, was ich in einem Schnappschuss festgehalten habe.

Foto: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Samir Bouaissa. Im Hintegrund Armin Laschet und Herbert Reul.