70 Jahre CDU: Woher wir kommen, wohin wir gehen

30. Juni 2015

Noch in den Trümmern des zerstörten Berlins und nur wenige Wochen nach Kriegsende, beschlossen im Juni 1945 Jakob Kaiser und weitere Anhänger des christlichen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus, eine überkonfessionelle Partei zu gründen. Sie zogen ihre Konsequenzen aus der Zersplitterung der politischen Landschaft während der Weimarer Republik und riefen nach all jenen Kräften, die „nicht in den Programmen der KPD und SPD ihre politische Heimat finden“ und bereit waren „alte Bahnen und Denkweisen zu verlassen“. Die Christlich Demokratische Union wollte mit ihrer Verbundenheit zum christlichen Menschenbild sowie seinen moralischen und rechtlichen Grundsätzen ein klares Zeichen setzen für einen demokratischen Neubeginn. Man legte den Grundstein für eine Union, deren Wertefundus sich gleichermaßen aus wohlverstandenem Konservatismus, den Überzeugungen des bürgerlichen Liberalismus und der christlichen Sozialethik speist. Eine Union, die nicht nur den erfolgreichen Wiederaufbau Deutschlands vorantrieb, sondern auch das Konzept der sozialen Marktwirtschaft als „Wirtschaftsverfassung“ Deutschlands etablierte sowie die Westintegration und die europäische Einigung bedeutend prägte. Mit Stolz feiern wir nun ihr 70-jähriges Bestehen.

So wie es auch unser Generalsekretär Peter Tauber unlängst verkündete, würde ich jederzeit wieder der CDU aus Überzeugung beitreten. Die tiefe Verwurzelung unserer Partei in ihren christlichen, liberalen und sozialen Grundwerten ist in der heutigen schnelllebigen und globalisierten Welt wichtiger denn je. Gerade in Zeiten, in denen die Europäische Gemeinschaft vor großen Herausforderung steht, halten wir gemäß den Worten Adenauers als CDU fest zu Europa: „Die Einheit Europas ist ein Traum weniger. Sie wurde die Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle.“ Gerade als eine solche Notwendigkeit werden wir weiterhin die Europäische Integration vorantreiben. Denn es ist vor allem unsere Stärke als Volkspartei, so wie es einst Helmut Kohl formulierte, sich gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen offen zu zeigen, „ohne (unsere) Identität preiszugeben“. Deshalb sprechen wir aktuelle Probleme offen an und suchen die Debatte auch innerhalb der Partei. Nur so kann eine Volkspartei auch für zukünftige Generationen relevant und attraktiv bleiben. Beispielsweise wird unsere Zukunftskommission „CDU 2017“ schon bald ihre inhaltlichen und organisatorischen Reformvorschläge für die CDU präsentieren. Darin geht es uns nicht nur um eine klare Haltung der Partei zu aktuellen Themen wie der Flüchtlings- und Einwanderungspolitik oder der Digitalisierung, sondern auch darum, neue Formate für direkte, relevante und unhierarchische Partizipationsmöglichkeiten zu entwickeln, die besonders bei den Jüngeren die Hürden für eine Mitarbeit in der CDU senken.

Der ständige Wandel unserer Gesellschaft spiegelt sich auch in der bunten Vielfalt unserer Mitglieder wider. Zunehmend sehen auch gläubige Muslime das C als eine Einladung und Wertschätzung von Religionsfreiheit und religiöser Bekenntnis. Hier werden wir uns auch in Zukunft weiterentwickeln, ohne unsere Grundwerte außer Acht zu lassen. Die CDU ist dafür bestens aufgestellt und wird weiterhin die Verantwortung übernehmen, Deutschland aus der Mitte der Gesellschaft heraus zu stärken. Doch ist dies keine einfache Aufgabe. Wie Ludwig Erhard einst sagte, ist es schwerer Wohlstand zu bewahren, als ihn zu erwerben. Und da auch mit 70 Jahren Erfahrung Politik nicht einfacher wird, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Helfen auch Sie mit. Werden Sie noch heute Mitglied der CDU.