Erfahrungsbericht von Yannick Mbuyi aus Solingen über sein Austauschjahr als junger Berufstätiger in den USA

20. August 2019

Veranstaltungskaufmann Yannick Mbuyi aus Solingen wurde im vergangenen Jahr von mir für das Austauschprogramm für Berufstätige des Deutschen Bundestages ausgewählt und hat ein Jahr in den USA verbracht. Er hat dort ein College besucht und anschließend ein Praktikum in einem amerikanischen Betrieb absolviert. Über seine Erfahrungen berichtet er in seinem Abschlussbericht, den ich mit seinem Einverständnis gerne teile.

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm ist ein gemeinsames Programm des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses für junge Deutsche und US-Amerikaner. Wir Bundestagsabgeordnete übernehmen für die Jugendlichen und Heranwachsenden eine Patenschaft. Das PPP-Stipendium umfasst die Kosten für die Reise, Vorbereitung und Betreuung sowie notwendige Versicherungen.

Die Bewerbungsfrist für das 37. PPP 2020/21 beginnt am Donnerstag, dem 2. Mai 2019 und endet am Freitag, dem 13. September 2019. Mehr Infos gibt es unter: https://www.bundestag.de/ppp

Erfahrungsbericht Yannick Mbuyi:

„Es ist verrückt, wie schnell die Zeit verfliegt. Gestern war man noch am Flughafen in Frankfurt und hat sich dort von seinen Liebsten verabschiedet und war kurz davor sich in einen Flieger zu setzen, nicht wissend was einen so wirklich im kommenden Jahr erwartet. Jedoch bringt man natürlich schon eine gewisse Erwartungshaltung und ein Wunschdenken, was man in diesem Jahr erreichen und erleben möchte, mit.

11 Monate später geht es nun darum, die einem verbleibende Zeit bestmöglich zu planen und das Jahr Revue passieren zu lassen. Wenn ich mich an meine Erwartungshaltung und Wünsche von dem Tag, an den ich die USA gereist bin, zurückdenke, kann ich aufrichtig behaupten, dass alle Vorstellungen vom Parlamentarischen Patenschaftsprogramm übertroffen wurden.

Nach einem mehrtägigen Vorbereitungsseminar in New York City ging es für mich in die Stadt, in der ich das zurückliegende Jahr leben durfte – Minneapolis im Bundesstaat Minnesota. Ich darf mich sehr glücklich schätzen an diesem Ort platziert wurden zu sein. Seit dem Moment meines Eintreffens wurde ich unglaublich warm und herzlich von den Menschen in dieser Stadt empfangen – besonders herauszustellen sind dabei meine Hosts, mit denen ich eine innige Freundschaft etablieren konnte, die auch über dieses Jahr hinaus bestehen bleiben wird.

Ich freue mich sehr darüber, dass ich die Möglichkeit hatte hier an ein College zu gehen und somit in einem anderen kulturellen Umfeld zu lernen. Ich hatte sehr viel Spaß am Umgang mit meinen Professoren und Kommilitonen, die sich immer auch sehr interessiert an meiner Herkunft gezeigt haben und sich nie zu Schade waren, sich viel Zeit zu nehmen, um von ihren Erfahrungen zu berichten.  Da ich sehr Fußball begeistert bin, war es für mich ein Glücksfall, dass sich an meinem College auch ein sehr aktiver Fußballclub befindet, der mir einen sehr einfachen Einstieg in das College-Leben geebnet hat.

Außerhalb vom College konnte ich mich erfolgreich für einen Job bei der hiesigen NBA-Franchise, den Minnesota Timberwolves bewerben. Da ich in Deutschland auch im Sport gearbeitet hatte, war es fantastisch für ein professionelles Basketballteam zu arbeiten. Ich blicke sehr glücklich auf die spannende Zeit in einem großartigen Team von Leuten zurück, mit denen mich auch außerhalb der Arena oder des Büros eine Freundschaft verbindet.

Wenn man in die USA kommt, kriegt man auch erst einmal ein Gefühl dafür, wie unfassbar riesig dieses Land ist. Es gibt so viel zu sehen und zu bewundern und ich denke, dass wirklich jeder etwas in diesem Land finden kann, wofür er sich begeistern kann. Seien es die malerischen Naturkulissen in den Nationalparks, wunderschöne Strände an der Westküste oder die belebten Straßen der Metropolen – jeder wird im „Land of Opportunity“ fündig werden.

Was sich letztlich aber zurückblickend auf das Jahr am meisten würdigen lässt, sind die Menschen. Ich habe über das Jahr so viele positive, tolerante, offene, lustige, kreative und herzliche Menschen kennengelernt. Diese Menschen haben dieses Jahr zu so einem spannenden Erlebnis gemacht, das mich auf so vielen verschiedenen Ebenen hat wachsen lassen. Ich würde wirklich jedem ans Herz legen und auch wünschen, so ein Erlebnis machen zu können. Selbstverständlich gibt es auch Herausforderungen, die sich einem über das Jahr hin und wieder in den Weg stellen. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass man an diesen Herausforderungen wächst und sie deshalb auch suchen sollte.

Ich möchte mich also hiermit bei allen beteiligten Organisationen und Personen bedanken, die dieses Jahr ermöglicht haben und mit einem hohen Engagement dafür arbeiten, dass ein wundervolles Projekt wie das Parlamentarische Patenschaftsprogramm  weiterhin bestehen bleibt, welches einen unschätzbaren Wert für die Verständigung und Verbundenheit der Vereinigten Staaten von Amerika und der Bundesrepublik Deutschland darstellt.“

Foto: ©Yannick Mbuyi