Bei Mehrgenerationenhäusern in Solingen und Wuppertal

27. Januar 2020

In der vergangenen Woche habe ich zwei Mehrgenerationenhäuser im Bergischen Städtedreieck besucht: Das Nachbarschaftsheim in Wuppertal-Ostersbaum und das Mehrgenerationenhaus in der Solinger Nordstadt. Beide Häuser eint, dass sie mit einem vielfältigen Programm und einem breiten Beratungsangebot wichtige Arbeit in den Bereichen Selbsthilfe, Integration und Kultur leisten.

Das Solinger Mehrgenerationenhaus besteht seit 1983, damals noch ‚Haus der Begegnung‘ genannt. Vor einigen Jahren wurde es umfassend saniert und mit einer bunten Feier wieder eingeweiht, an die ich mich sehr gerne erinnere. Die drei Träger Caritas, Diakonie und AWO haben hier ein Musterbeispiel für gelungene Kooperation aufgebaut: Jeder Verband bringt Expertise und Konzepte ein, aber alles geschieht gemeinsam. Seit dem Umbau sind die Grenzen immer weiter verschwommen, ein „Etagendenken“ gibt es nicht mehr. Unter Anderem für die gelungene Zusammenarbeit wurde das Haus 2009 und 2018 mit dem kommunalen Agenda-Preis ausgezeichnet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort sind sehr engagiert und voller Ideen, was für die Stadt und ihre Menschen geleistet werden kann.

Das Nachbarschaftsheim Wuppertal hat eine erstaunliche Geschichte hinter sich: Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten viele Menschen im Bunker am Platz der Republik, deren Wohnungen im Krieg zerstört worden waren. Mit Eröffnung im Jahr 1949 wurde das Nachbarschaftsheim in und um den Bunker zu einem wichtigen Ankerpunkt für Menschen im Stadtteil. Über die Jahre wurde das Angebot immer weiter ausgebaut: Heute zählt der Verein 60 haupt- und ca. 200 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die viele Beratungs- und Begegnungsangebote möglich machen. Das Haus und der Verein stehen mit ihrer Geschichte eindrucksvoll für Demokratie und Toleranz.

Natürlich haben wir bei meinen Besuchen auch über die Sorgen und Anliegen der Träger und Fragen der Finanzierung gesprochen. Denn wo freie oder kirchliche Träger soziale und gesellschaftliche Aufgaben übernehmen, entsteht nicht selten auch ein Finanzierungs-Delta, das aus Spenden oder Gemeindehaushalten gedeckt werden muss. Natürlich werde ich mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die für unsere Städte so wichtigen Einrichtungen über gute finanzielle Ausstattung verfügen, inklusive eines dauerhaften Bundeszuschusses. Vielen Dank für die Einblicke!