Bei Schaeffler in Wuppertal

9. Oktober 2020

Am 25. September war ich zu Besuch im Schaeffler-Werk im Wuppertaler Westen. Auf 32.000 m² werden hier Rollen und Lager für die Automobilindustrie und die Eisenbahn hergestellt. Der Standort in der Mettmanner Straße ist ideal, direkt an der Autobahn 535 und der Nordbahntrasse und nicht weit von der A46. Allerdings ist das traditionsreiche Werk der früheren FAG von der Schließung bedroht: Am 9. September hatte die Geschäftsführung Mitarbeiter und Öffentlichkeit über ihre Pläne informiert, das Werk bis Ende 2022 zu schließen.

Bei der Geschäftsführung und dem Betriebsrat habe ich mich über Beweggründe und die Sorgen der Mitarbeiter informiert. Bereits vor einigen Wochen hatte ich zusammen mit allen anderen Abgeordneten aus Wuppertal in einem gemeinsamen Brief an die Eigentümerfamilie appelliert, ihr Vorhaben nocheinmal zu überdenken. Denn: rund 700 Beschäftigte sehen ihre berufliche Zukunft in Wuppertal akut in Gefahr, darunter viele angelernte Arbeiter, Auszubildende und Facharbeiter. Die Geschäftsführung ist um einen sozialverträglichen Prozess bemüht, unklar bleibt allerdings, wie für alle Beschäftigten in Wuppertal eine gute berufliche Weiterentwicklung geschaffen werden soll. Eine Schließung würde Wuppertal insgesamt hart treffen.

Doch auch bei der strategischen Entscheidung gehen die Meinungen auseinander: Der Transformationsprozess der Schaeffler-Gruppe insgesamt verkenne den Wert des Industriestandorts Deutschland, so Betriebsratsvorsitzender Özgür Sönmezcicek. Ich denke, wenn innovative Unternehmer wie Elon Musk explizit auf den Standort Deutschland setzen, sollten dies Deutsche Familienunternehmer erst recht tun.