Beim Bergischen Kreisverband der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden

28. September 2018

Am 20. September besuchte ich den Bergischen Kreisverband der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST). Die ZWST ist Freier Träger gemäß Sozialgesetzbuch, wie z.B. die katholische Caritas, die evangelische Diakonie oder das Rote Kreuz. Im Mittelpunkt meines Besuchs stand dieses Mal die Migrationserstberatung. 1.300 Einrichtungen für Erstberatung gibt es bei den Freien Trägern bundesweit – 15 sind in jüdischer Trägerschaft, eine davon in Wuppertal. Die jüdischen Sozialberater haben oft Sprachkompetenz in osteuropäischen Sprachen, weshalb z.B. geflüchtete syrische Akademiker, die ihr Studium einst in Russland absolvierten, gerne zum jüdischen Wohlfahrtsverband kommen, weil man hier Beratung auch in Russisch leisten kann.

Herr Günter Jek vom ZWST, Außenstelle Berlin, Leonid Goldberg als Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal (umfasst weite Teile des Bergischen Landes) sowie Frau Strackharn und Frau Goldberg-Katz erläuterten mir ihre Arbeit.

Die Migrationserstberatung hat eine Steuerungsfunktion für die neu zu uns gekommenen Menschen. Hier wird analysiert, welche Integrationsangebote sinnvoll sind, und ein entsprechender Plan entwickelt. Deshalb ist es wichtig, dass keine zu langen Wartezeiten entstehen. Doch viele Erstberatungseinrichtungen sind personell unterbesetzt.

Daher war der Appell an mich, die Mittel weiter aufzustocken. Die wichtige Funktion der Erstberatung leuchtet mir ein – je schneller und zielgenauer dem zu uns gekommenen Menschen geholfen werden kann, desto besser kann er in unserer Gesellschaft zurechtkommen und vielleicht schon bald für seinen Unterhalt selbst sorgen.

Außerdem haben wir über die Rentensituation älterer jüdischer Zuwanderer gesprochen, die wegen kurzer Versicherungszeiten in Deutschland meist auf Grundsicherung angewiesen sind.

Auf dem Foto: Mit Günter Jek, Frau Strackharn und Frau Goldberg-Katz sowie Leonid Goldberg