Beim Internationalen Bund in Solingen

2. Juni 2021

Am 31. Mai war ich zu Gast beim Internationalen Bund in Solingen. Im Sommer 2017 war ich schon mal beim Solinger IB – damals am Neumarkt in Solingen-Mitte. Diesmal habe ich mir die Einrichtung an der Bebelallee angesehen. Der Sozialträger engagiert sich vor allem bei den Jugendmigrationsdiensten, die jungen Migranten Beratung, Qualifikation und Kurse bieten. Außerdem werden Sprachkurse allgemein angeboten und auch beim offenen Ganztag an Solinger Grundschulen wirkt der IB kräftig mit. In den Räumlichkeiten an der Bebelallee gibt es zudem auch eine Großküche. Dort werden täglich etwa 500 Mahlzeiten für Grundschulen und Veranstaltungen zubereitet.

Die Corona-Pandemie ist für die Sozialen Träger besonders herausfordernd. Sprachkurse und Beratungsangebote konnten zwar recht schnell auch digital durchgeführt werden, aber die Angebote erreichen so natürlich nicht alle. Und auch in der einzelnen Beratung ist ein persönliches Gespräch manchmal nicht ersetzbar. Bei meinem Gespräch mit Herrn Thom und Herrn Melchers wurde auch die große Hoffnung deutlich, nach den Sommer-Schulferien endlich wieder halbwegs normal arbeiten zu können.

Letztlich haben wir das Gespräch aber auch genutzt, um einige Missstände anzusprechen. Ein Thema kam auch schon vor Corona häufig auf den Tisch: Die Kommunikation mit Behörden und Ministerien ist häufig zu bürokratisch. In der Pandemielage, in der Angebote schnell anders gestaltet werden mussten, wurde das aber nochmal deutlicher. Auch die häufigen Änderungen beim Notbetrieb im offenen Ganztag waren sehr herausfordernd.

Allerdings gibt es gerade auch da erfreuliche Entwicklungen: Wir werden voraussichtlich in der nächsten Sitzungswoche im Bundestag einen Bundes-Anteil von 30% an den Kosten für den offenen Ganztag beschließen – verbunden mit der klaren Erwartung, dass das Geld auch in die Angebotserweiterung vor Ort gesteckt wird und die teils starken Angebotsunterschiede der verschiedenen Kommunen besser ausgeglichen werden können. Alles in allem ein sehr fruchtbarer Austausch, viele Themen und Anregungen werde ich mit nach Berlin nehmen. Und auch der Imbiss aus der hauseigenen Küche war hervorragend!