Besuch des Mildred-Scheel-Berufskollegs aus Solingen

4. Dezember 2015

Einen „Blick über den Tellerrand“ warfen am Donnerstag den 2. Dezember Schülerinnen und Schüler des Mildred-Scheel Berufskollegs in Solingen mit einem Besuch im Bundestag.

Im Gespräch mit Jürgen Hardt ging es um aktuelle politische Themen. Unter Anderem bewegten die Berufsschüler die aktuelle Sicherheitslage und die Debatte um ein Bundeswehrmandat für Syrien. Hardt betonte, bei der Syrien-Entscheidung ringe natürlich jeder Abgeordnete mit sich und erläuterte die rechtlichen und politischen Hintergründe.

Daneben diskutierte die Gruppe mit Herrn Hardt auch die europäischen Sanktionen gegenüber Russland. Verständnis für die Annektierung der Krim konnte Jürgen Hardt nicht nachvollziehen. Er unterstrich, dass ein solcher Völkerrechtsverstoß Sanktionen rechtfertige. Einer Diskussion mit jenen, die anderer Meinung seien als er, stelle er sich gern. Es sei eine Errungenschaft, dass in der Bundesrepublik jeder seine Meinung frei äußern könne.

Zuletzt fragten die jungen Solinger nach Eindrücken vom Besuch auf der Besuchertribüne noch etwas: Wie solle man begründen, dass in der Schule dem, der vorne spricht, stets zuzuhören sei, wenn selbst im Bundestag Abgeordnete stattdessen mit ihrem Handy beschäftigt seien?

Hierzu müsse man wissen, sagte Hardt, dass ein Abgeordneter die Inhalte vor der Plenardebatte meist schon drei bis sechs Mal bearbeitet habe: in Fachausschüssen, der Fraktion und in AGs. Die Situation sei also nicht auf die Schule übertragbar.

Eindrücke aus dem Bundestag solle man auf andere Weise mit ins Klassenzimmer nehmen:  Hardt schlug vor, in der Aula oder auf dem Schulhof einmal eine Plenardebatte auszutragen. Nach Live- Eindrücken aus Berlin könnten die Solinger Berufsschüler Politik also bald auch selbst miteinander erproben.

Foto: juergenhardt.de