Brexit – Ein Drama für Europa, aber ein noch größeres Drama für Großbritannien

24. Juni 2016

Mit 51,9 Prozent hat sich eine knappe Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger Großbritanniens in der letzten Nacht gegen den Verbleib in der Europäischen Union entschieden.

Hardt: „Die Folgen des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union werden für die Briten sehr viel gravierender sein als für die EU. Die Volksabstimmung zeigt deutlich, wie sehr das Land gespalten ist. Dies wird nur mit großer Mühe zu überwinden sein. Es kommen nun schwere Zeiten auf die Befürworter eines EU-Austritts zu: Wenn sie Teil des europäischen Binnenmarktes bleiben, müssen sie die Brüsseler Politik mittragen, ohne sie selbst mitgestalten zu können. Die EU muss nun beweisen, dass sie handlungsfähig ist. Sie muss sich darauf konzentrieren, die Alltagsprobleme der Menschen zu lösen. Damit einher gehen größere Anstrengungen in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik wie auch bei der Sicherung der Außengrenzen und der Asylpolitik.
Ich denke nicht, dass andere Mitgliedsstaaten der Europäischen Union dem britischen Beispiel folgen werden. In keinem anderen EU-Land gibt es auch nur annähernd eine so große Mehrheit, die ein Ausscheiden ihres Landes aus der EU befürwortet, wie in Großbritannien.“

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