Die 16-jährige Linda Hoppe wagt den Sprung über den „großen Teich“.

7. Juli 2015

Linda Hoppe (16) reist als Stipendiatin des Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) auf Empfehlung des Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt (CDU) für ein Jahr nach St. Charles in die USA.

Folgendes Interview, geführt von Philipp Müller, erschien am 07. Juli 2015 im Solinger Tageblatt.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt brachte mit der 16-jährigen Linda Hoppe eine Solinger Schülerin zum Besuch in die Tageblatt-Redaktion mit. Sie nimmt an einem von Hardt betreuten Austauschprogramm mit den USA teil. Aber nicht nur das war Thema des Interviews, natürlich ging es gestern auch um die aktuelle Entwicklung in Griechenland.

An welchem Austauschprogramm nimmt Linda Hoppe genau teil?

Jürgen Hardt: Das ist ein Austauschprogramm des Deutschen Bundestages mit dem Kongress der USA. Ich durfte eine Stelle ausschreiben. Aus den besten Bewerbungen aus meinen Wahlkreis habe ich Linda ausgewählt.

Linda, welche Erwartung haben Sie an ihr kommendes Jahr in den USA ab August?

Linda Hoppe: Früher war Amerika der Mittelpunkt der Erde für mich. Wenn Freunde dort im Urlaub waren, wollte ich auch immer dorthin. Deshalb habe ich mich für das Programm beworben. Ich will in St. Charles bei Chicago eine neue Kultur kennen lernen. Dort werde ich auch wieder schwimmen. Das habe ich bis vor einem Jahr in Wuppertal als Leistungssport schon gemacht. Neue Freunde sind natürlich auch ein Ziel.

Wie umfangreich ist das Programm, wie ist Ihre Rolle vor Ort?

Jürgen Hardt: Bundesweit gibt es 350 Stipendiaten. Das ist das größte Programm, das die Amerikaner mit anderen Ländern betreiben. Ich selbst empfange die amerikanischen Gastschüler und die deutschen Gastfamilien, damit sie wissen, wer ihr Ansprechpartner bei Problemen ist.

Wie haben Ihre Eltern Ihren Wunsch aufgenommen?

Linda Hoppe: Mein Vater hat sich gefreut. Meine Mutter freut sich auch für mich, aber sie wird mich vermissen.

Ein Blick in die aktuelle Politik. Die Griechen sagten am Sonntag „Oxi“ (Nein) zum alten EU-Hilfsprogramm. Wie geht es nun weiter?

Jürgen Hardt: Die griechische Regierung wird sich jetzt darauf berufen, dass die Bevölkerung sich gegen Sparmaßnahmen ausgesprochen hat. Das macht die Situation extrem schwierig. Der Weg könnte jetzt so aussehen: Athen müsste den Antrag für ein neues Hilfspaket stellen. Die Finanzmister der Euro-Gruppe müssten zum Ergebnis kommen, dass der Antrag die nötige Substanz hat und es Sinn macht über den Inhalt zu verhandeln. Dann muss allerdings auch erst der Deutsche Bundestag der Bundesregierung ein Mandat erteilen, neu zu verhandeln. So wie sich die griechische Regierung aktuell verhält, sehe ich da nicht automatisch grünes Licht für einen Verhandlungsauftrag. Zudem wäre ein neues Programm an strenge Auflagen aus dem Europäischen Stabilitäts-Mechanismus (ESM) gebunden.

Muss man den Griechen nicht aus europäischer Solidarität die Türe offen halten?

Jürgen Hardt: Der griechischen Bevölkerung ist, glaube ich, nicht klar, welche Züge letzte Woche abgefahren sind, die nicht wieder kommen. Zugleich muss man wissen, Griechenland erhält etwa aus den EU-Strukturfonds schon laufend Geld. Sollte es aufgrund der sturen Haltung der Syriza-Regierung zu humanitären Notlagen kommen, wird die EU helfen – aber auch nur dann, wenn die griechische Regierung dem zustimmt.

Notlage ist ein Stichwort. Im Moment kommen viele Flüchtlinge, wie schätzen Sie die Situation ein?

Jürgen Hardt: Ich bin froh, wie offen die Bürger bei uns im Bergischen die fremden Menschen aufnehmen, wie offen die Verantwortlichen vor Ort den Dialog dazu mit der Bevölkerung suchen. Flüchtlingen, die aus schierer Not zu uns kommen, muss unbedingt geholfen werden.