Europa-Union Solingen diskutiert über Zukunft des Kontinents

9. März 2016

Die Europa-Union ist ein überparteilicher Zusammenschluss zur Förderung der Europäischen Idee. Die Mitglieder kommen aus allen demokratischen Parteien. Sie verbindet das Ziel, die Idee eines vereinten Europas als übergreifende Antwort im 21. Jahrhundert den Bürgerinnen und Bürgern nahezubringen.

Am gestrigen Dienstag führte ich auf Einladung des Kreisverbandes der Europa-Union Solingen (Vorsitzende: Gabriele Racka-Watzlawek) eine intensive Diskussion zu aktuellen europapolitischen Fragen mit rund 30 Teilnehmern. Während die Welt um Europa herum in Aufruhr ist, breitet sich – so die Besorgnis – in der Europäischen Union Europamüdigkeit aus. Dabei bin ich der Ansicht, dass gerade die aktuelle Situation allen Bürgern der EU deutlich vor Augen führen müsste, welch großen politischen Schatz die europäische Einigung im Rahmen der EU darstellt. Für nachhaltige Lösungen etwa wirtschaftlicher Probleme oder auch der Flüchtlingskrise liegt der Schlüssel im europäischen Zusammenhalt. Wer von nationalen Alleingängen träumt, riskiert die Zukunft seiner Nation.

Ich vermute, dass die Europamüdigkeit vieler auch damit zusammen hängt, dass die konkreten positiven Beiträge der Europäischen Union zu Freiheit und Wohlstand der Bürger nicht hinreichend spürbar sind. Während Krisen und Streit in der EU stets die Titelseiten der Zeitungen füllen, bleiben positive Meldungen häufig kaum beachtet. So ist die Euro-Rettungspolitik vor wenigen Jahren massiv bekämpft und kritisiert worden. Offensichtlich war sie jedoch richtig. Immerhin hat nach Irland, Spanien und Portugal nun auch Zypern den Euro-Rettungsschirm verlassen können. Bei gutem Willen der griechischen Regierung wäre auch dort ein Ende der notwendigen Stützung absehbar. Doch keiner der massiven Kritiker der Euro-Rettungspolitik würde eingestehen, sich damals geirrt zu haben. Dabei müssen diese sich schon die Frage gefallen lassen, wo Griechenland und die Europäische Union heute in der Flüchtlingskrise stünden, wenn Griechenland in der Eurokrise gescheitert wäre, weil wir nicht genügend Solidarität gezeigt hätten?