Gespräch mit belarussischer Oppositionsführererin Swetlana Tichanowskaja

9. Oktober 2020

Es war mir eine besondere Freude und Ehre, dass ich diese Woche die charismatische Führungsfigur der belarussischen Opposition gleich zweimal in Berlin treffen durfte. Frau Tichanowskaja trat als Präsidentschaftskandidatin der Opposition in Belarus an, nachdem andere Kandidaten verhaftet worden waren, unter anderem auch ihr Mann. Zahlreiche Beobachter kamen zu dem Ergebnis, dass Frau Tichanowskaja die Präsidentschaftswahl klar gewonnen hat. So hat die Opposition fast tausend Einzelwahlergebnisse geprüft, deren Zahlen gänzlich anders waren als vom Diktator Lukshenka verkündet. Seitdem sind an jedem Wochenende im ganzen Land Massendemonstrationen gegen die Wahlfälschung. Die EU hat die Wahl konsequenterweise auch nicht anerkannt. Einmal zu einem Abendessen im kleinen Kreis bei der Konrad-Adenauer-Stiftung auf Einladung des Vorsitzenden Prof. Dr. Lammert und dann am Folgetag im Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestags. Frau Tichanowskaya tritt wie tausende mutige Frauen in Belarus für Freiheit und Demokratie ein. Sie hat sich auch in den Gesprächen noch einmal deutlich dafür ausgesprochen, den Druck auf das Lukashenka-Regime u.a. durch Ausweitung der Sanktionen zu erhöhen. Wir haben ihr unsere Unterstützung zugesagt und werden sie auf dem Weg zu freien und fairen Wahlen in Belarus begleiten