Hochwasser an Wupper und Eschbach

23. Juli 2021

Am vergangenen Montag habe ich mir an verschiedenen Stationen entlang der Wupper ein Bild von den Zerstörungen gemacht, die Regen und Hochwasser dort hinterlassen haben. Mit dem Cronenberger CDU-Stadtbezirksvorsitzenden Holger Reich, dessen Familienhaus selbst fast einen Meter im Wasser stand, war ich unterwegs in der Kohlfurth. Dort sind sehr viele Häuser vom Hochwasser betroffen gewesen, sodass das Inventar in Keller und Erdgeschoss sowie die Autos auf den Straßen vollständig zerstört sind. 

Die größten Verwüstungen in meinem Wahlkreis sind allerdings in Solingen-Unterburg zu beklagen. Das dortige Altenheim steht in einem Gebäude aus dem Jahre 1653, doch ein solches reißendes Hochwasser des Eschbachs hat dieses Haus wohl noch nie erlebt. Am 5. Tag nach den Verwüstungen wurde von zahllosen Helfern schon Enormes geleistet. Man hört großes Lob und Anerkennung für die vielen Menschen, die einfach mit anpacken. So ist zum Beispiel der vordere Gastraum des Hauses von Frau Voigt bereits komplett von Schlamm befreit und frisch gewienert. Unermüdlich fahren die Muldenkipper der Technischen Betriebe Sperrmüll und Schutt ab. Was einmal richtig nass geworden ist, kann wohl kaum gerettet werden. 

Die Menschen haben Fragen zur Soforthilfe, hierfür hat die Stadt Solingen ein mobiles Büro neben der Seilbahn in Unterburg errichtet. Und sie stellen auch Fragen, warum die Vorwarnzeit so kurz war und sie deshalb viel Hab und Gut nicht retten konnte. Alle sind davon überzeugt, dass die Sanierung des Laufs des Eschbachs die Situation zwar etwas entschärft hat, doch die Wirkung der Fischtreppe im Eschbach oberhalb von Unterburg sehen die meisten kritisch. Ich bin sicher, dass dies in den nächsten Wochen noch analysiert und aufbereitet wird. 

Mit Bezirksbürgermeister Paul Westeppe bin ich zum Wipperkotten gefahren. Dort hat Reinhard Schrage gemeinsam mit Vereinsfreunden unermüdlich Aufräumarbeiten geleistet. Doch das Gelände ist verwüstet. Auch der Kotten selbst muss instandgesetzt werden, auch wenn die Standfestigkeit nicht in Frage steht. Die vorgesehene Erneuerung des Mühlenantriebs wird aber trotz allem planmäßig durchgeführt. Dieses als Jahrtausendhochwasser titulierte Ereignis erfordert über die Soforthilfe hinaus weitere Maßnahmen des Bundes. So bin ich dafür, dass die Versicherung von Gebäuden gegen Elementarschäden für jeden Hausbesitzer und Unternehmer möglich und erschwinglich sein muss. Notfalls müssen wir hierzu Gesetze ändern.

Und auch wenn man nicht mit wissenschaftlicher Exaktheit sagen kann, dass der Klimawandel verantwortlich ist für dieses Starkregenereignis ist, ist der Zusammenhang doch plausibel und wahrscheinlich. National und international muss der Klimaschutz hohe Priorität haben.