Impfstoff-Entwicklung kommt zügig voran

27. November 2020

An Impfstoffen gegen COVID-19 wird weltweit intensiv geforscht. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden aktuell 48 mögliche Impfstoffkandidaten getestet, 164 weitere Kandidaten sind in der vorklinischen Entwicklung.

Vorreiter ist zur Überraschung mancher Kritiker des ‚Forschungsstandortes Deutschland‘ unser Land. Deutsche Entwickler stehen mit ihren Impfstoffen in der ersten Reihe. Möglicherweise wird bereits nächste Woche der erste Zulassungsantrag gestellt. Andere deutsche Unternehmen werden zügig folgen. Bemerkenswert, dass es sich beim möglicherweise ‚Erstplatzierten‘ um ein Start-up eines Ehepaars mit Migrationshintergrund handelt. Sie haben in den letzten Monaten viele hundert Millionen Euro privates und öffentliches Geld investiert und lassen den Imfpstoff bereits produzieren, so dass nach einer Zulassung die Impfkampagne direkt starten kann. Andere werden folgen.

Deutschland und Europa sind im Blick auf die Impfstoffversorgung gut positioniert. Deutschland beschafft gemeinsam mit anderen Staaten über die Europäische Union und hat offensichtlich auch Reserven geordert. Die größte Herausforderung nach der Zulassung des Imfpstoffs wird die Impflogistik sein. Denn z.B. der Impfstoff von BioNTech muss bei minus 70 Grad transportiert und gelagert werden. Länder und Kommunen arbeiten mit Hochdruck am Aufbau der Impflogistik und ich wette, dass es auch diesmal in Deutschland wieder besser laufen wird als in vielen anderen Ländern. Wenn alles optimal klappt, kann es bereits Mitte Dezember losgehen. Ein Wissenschafter-Team, bestehend aus Impfkommission, Ethikrat und Wissenschaftsakademie, haben eine Priorisierung der Impf-Folge festgelegt, der die Politik des Bundes und der Länder folgen wird: Zuerst Menschen mit hohem Risikio, dann das Personal im Bereich Gesundheit und Pflege sowie Erzieher und Lehrer. In einer dritten Welle: Funktionspersonal im öffentlichen Leben, also z.B. Polizei, Feuerwehr und Teile der Verwaltung.

Die nationale Impfstrategie finden Sie hier.

Wir dürfen uns jedoch nicht der Illusion hingeben, dass bereits mit dem Beginn der Impfung das normale Leben rasch zurückkehrt. Vorsicht und Rücksicht bleibt die Mutter der Porzellankiste. Bis alle geimpft sind, die geimpft werden wollen, werden wohl Monate vergehen.

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