Impfwunderland Bremen – vielleicht auch ein Erfassungsproblem?

9. Dezember 2021

Das Bundesland Bremen und generell Stadtstaaten und Großstädte weisen eine vergleichsweise hohe Impfquote auf. Die Bremer Stadtregierung ist stolz darauf, bei der veröffentlichten Impfquote Spitzenreiter zu sein.

Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass der Bremer Senat die Impfkampagne gut gemanagt hat. Doch ein Umstand macht mich stutzig: Aus datenschutzrechtlichen Gründen wird die Statistik der geimpften Personen anonym und nur nach der Postleitzahl des impfenden Arztes erfasst.

Ich vermute, dass Menschen aus dem Umland einer Großstadt, die täglich wegen der Arbeit in die Großstadt pendeln, sich häufig auch dort impfen lassen – entweder weil sie sowieso in der Nähe der Arbeitsstätte einen Arzt haben oder gar an betrieblichen oder städtischen Impfaktionen teilnehmen.

Einige Mitarbeiter meines Büros wohnen z.B. in Brandenburg, sind aber in Berlin geimpft. Dies könnte zu einer erheblichen Verzerrung der tatsächlichen Quote zu Lasten der ländlichen Gebiete und zu Gunsten den Städte führen, die uns bei einer realistischen Betrachtung der Situation nicht weiterhelfen.

Ich bin deshalb für ein Register, in dem Geimpfte zumindest nach dem tatsächlichen Wohnort und nicht nach dem Impfort erfasst werden. Dann könnte sich herausstellen, dass z.B. im Bremen zwar viele geimpft sind, aber dennoch nicht mehr als im Bremer Umland.