Lage im Nahen und Mittleren Osten

15. Januar 2016

Die zahlreichen außenpolitischen Krisen, mit denen wir auch Anfang 2016 konfrontiert sind, sind besorgniserregend und eine große Herausforderung, zumal uns diese inzwischen immer unmittelbarer angesichts der vielen Flüchtlinge erreichen. Die meisten Konflikte bestehen derzeit dabei im Nahen und Mittleren Osten.

Eines der verbindenden Elemente dieser Krisen ist der Konflikt zwischen den regionalen Mächten Saudi-Arabien, welches sich als Schutzmacht der Sunniten sieht und dem schiitischen Iran um die Vorherrschaft auf der arabischen Halbinsel.

Im Jemen wird die Regierung von einer von Saudi-Arabien geführten Koalition politisch und militärisch unterstützt, während der Iran die Huthi-Rebellen fördert. Im Irak, dessen Bevölkerung vornehmlich schiitisch ist, versucht der Iran ebenfalls Einfluss zu gewinnen. In Syrien herrscht mit dem Assad-Clan ein schiitisches Regime, wohingegen die Bevölkerung allerdings nur zu einem geringen Teil schiitisch ist. Auch hier verfolgt der Iran klare Interessen. Als letztes Beispiel dient der Konflikt zwischen dem Iran und Israel. Immer noch nimmt der Iran die israelische Regierung als „Wurzel aller Probleme“ im Nahen Osten wahr.

Nicht nur der Iran, auch Saudi-Arabien ist auch aus menschenrechtlicher Sicht problematisch, wie sich erneut daran zeigte, dass dort gerade 47 Menschen hingerichtet wurden, unter ihnen auch ein schiitischer Geistlicher.

Um die Konflikte in der Region zu lösen, ist aber gerade die Zusammenarbeit der beiden regionalen Mächte entscheidend. Aus unserer Sicht müssen jetzt alle Anstrengungen unternommen werden, damit Saudi-Arabien und Iran ihren Konflikt beilegen. Eine Eskalation in den Beziehungen beider Länder würde die schon erheblichen Spannungen im Nahen und Mittleren Osten weiter verschärfen und die Friedensbemühungen erheblich belasten. Deutschland wird viel Vertrauen in der Welt entgegengebracht. Diese Stellung Deutschlands sollte heute noch stärker genutzt werden.

Foto: Naher und Mittlerer Osten ©wikipedia