Mit Hans-Dietrich Genscher verliert Deutschland einen Architekten der Deutschen Einheit

1. April 2016

Zum Tode des früheren Bundesaußenministers Hans-Dietrich Genscher erklärt der Außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Bundestagsabgeordnete für Solingen, Remscheid und Wuppertal II, Jürgen Hardt:

„Mit Hans-Dietrich Genscher verbinden sich wesentliche Wegmarken der deutschen Geschichte. Seine Entscheidungen für Deutschland waren von großem Segen für unser Land. Unvergessen bleibt der Augenblick gemeinsam mit Rudolf Seiters am Fenster der deutschen Botschaft in Prag am Abend des 30. September 1989, als er zu den zahlreichen DDR Flüchtlingen sprach und deren Ausreise verkündete. Dieser Augenblick ist uns allen und auch ihm zu Herzen gegangen, denn er stellte eine Wegmarke zur Deutschen Einheit dar.

Der größte politische Erfolg Hans-Dietrich Genschers waren die Gespräche mit den Außenministern Frankreichs, Großbritanniens und der USA am 13. Februar 1990 in der Residenz des deutschen Botschafters in Ottawa (Kanada). Bei einem Frühstück am Rande der „Open-Skies“-Konferenz vereinbarten die vier westlichen Außenminister, auf den Außenminister der Sowjetunion zuzugehen, um die später als „Zwei-Plus-Vier-Gespräche“ zur Deutschen Einheit bekannte Konferenz zu vereinbaren. Helmut Kohl als Bundeskanzler und Hans-Dietrich Genscher als Außenminister gelangen in wenigen Monaten, was viele Menschen noch kurz zuvor für unmöglich gehalten hatten.

Mit Hans-Dietrich Genscher verliert Deutschland einen großen Staatsmann und die CDU/CSU einen verlässlichen Partner in der Regierung von Helmut Kohl.“