Neue Entwicklungen rund um Corona

26. Februar 2021

Ungeduldig warten wir alle auf die herbeigesehnten Lockerungen bei Corona-Beschränkungen. Die Pandemie stand deshalb auch im Mittelpunkt der Beratungen von Fraktionsvorstand und Fraktion in dieser Woche. Wir sind uns einig darüber, dass die Mutationen des Coronavirus leider eine neue Lage verursachen. Die britische Mutation ist deutlich ansteckender als die bisher bekannte, sogenannte Wildform von Corona. Sie verdrängt diese Wildform und breitet sich leider auch in Deutschland rasant aus. In unserer Nachbarstadt Düsseldorf liegt der Anteil bereits bei über 40 Prozent der Ansteckungen.

Die britische Mutation wird der Hauptgrund dafür sein, dass trotz der Kontaktbeschränkungen die Infektionszahlen wieder steigen. Um eine neue dramatische Verschlechterung der Lage ähnlich Großbritannien im Januar unbedingt zu vermeiden, sind wir mit Öffnungsperspektiven sehr zurückhaltend. Auch müssen wir wirksam verhindern, dass sich die südafrikanische und die brasilianische Corona-Variante ausbreitet. Deshalb gibt es drastische Einreisekontrollen von Tirol und Tschechien nach Deutschland. Denn es gibt Zweifel daran, dass unsere Impfstoffe gegen die brasilianische und südafrikanische Variante genauso gut wirken wie sie es gegenüber der Wildvariante von Corona und der britischen Mutation tun.

Um Schritt für Schritt zu einem wieder normalen Leben zurückzukehren brauchen wir drei Dinge: Impfen, Testen und Geduld! Die drei bisher zugelassenen Impfstoffe wirken außerordentlich gut. Sie schützen in den allermeisten Fällen vor einer Ansteckung mit Corona. Und auch diejenigen, die sich trotz Impfen dennoch anstecken, erleben einen vergleichsweise milden Verlauf der Infektion. Auch der AstraZeneca Impfstoff verhindert schwere Verläufe und damit Spätfolgen von Corona zu praktisch 100 Prozent. Die in den nächsten Tagen voraussichtlich neu zugelassenen Impfstoffe sind ähnlich zuverlässig. Die Impfstoffmengen steigen von Woche zu Woche. Der Bund erwartet von den Ländern, dass sie ab März bis zu 400`000 Impfungen täglich durchführen können. Eine neue Dimension des Impfens wird zusätzlich erreicht, wenn in großer Zahl Impfstoff bereit steht, der auch von Apotheken einfach vorgehalten und von Hausärzten verimpft werden kann. Wegen der besonderen Kühlanfordernisse an die bisherigen Impfstoffe ist dies jetzt noch nicht möglich.

Bereits seit längerer Zeit diskutieren wir intern darüber, dass Erzieher und Grundschullehrer, die sich im Umgang mit den Kindern nur unzureichend selbst schützen können, vorrangig geimpft werden müssen. Ich freue mich, dass diese Berufsgruppe nun aus der Impfkategorie 3 in die Impfkategorie 2 vorgezogen werden. Die Impfung von Personen aus Kategorie 2 beginnt nun bereits, so dass der Schul- und Kindergartenbetrieb zügig weiter normalisiert werden könnte. Die Änderung der Impfverordnung gilt seit Mittwoch.

Eine Chance für Öffnungen, z.B. im Bereich Einzelhandel wäre auch gegeben, wenn auch von Laien gut zu handhabende, zuverlässige Schnelltests zugelassen sind und in großer Zahl zur Verfügung stehen. Jens Spahn hatte dies für den 1. März in Aussicht gestellt. Im Bundeskabinett wurde entschieden, dass das Test-Konzept Teil der Strategievereinbarung wird, die am 3. März in der Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin besprochen wird. Ich gehe davon aus, dass schon in wenigen Tagen massenhaft einfache Schnelltests zur Verfügung stehen werden. Es wäre dann eine Möglichkeit, vor dem Betreten eines Geschäftes oder eines Restaurants einen solchen Test durchzuführen und so trotz der aggressiven britischen Corona-Mutation Ansteckungsherde durch Gastronomie und Einzelhandel zu vermeiden.

Auch wenn wir wieder steigende Infektionszahlen durch das britische Virus wohl nicht vermeiden können, wird das Impfen die Zahl der schweren Erkrankungen und Todesfälle durch Corona rasch weiter senken. Die Situation auf den Intensivstationen und die Todeszahlen sind ja die Folge von Corona-Infektionen, die vier bis sechs Wochen zurückliegen. Geimpft wird erst seit acht Wochen. Bei aller Vorsicht, rechne ich mit einer deutlichen Entspannung der Corona-Lage in Deutschland ab Mitte Mai, mit klugen, auch durch Schnelltests möglichen Öffnungsschritten bis dahin. Ein Osterfest weitgehend frei von Corona-Beschränkungen halte ich jedoch für unrealistisch.

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