Praktikumsbericht von Jan-Lukas Kleinschmidt

21. März 2017

Volles Programm – Fünf Wochen mittendrin statt nur dabei!

Fünf Wochen Praktikum im Berliner Bundestag. Was kann man da schon groß erleben? Die kurze Antwort: Enorm viel. Die ausführliche Antwort möchte ich Ihnen in den nächsten Zeilen geben. Das Berliner Abgeordnetenbüro von Jürgen Hardt, in dem ich ein Praktikum absolvieren durfte, deckt ein breites Spektrum an Aufgabenfeldern ab. Themen rund um Europa- und Weltpolitik, Organisation von Terminen, Empfang von Gästen verschiedenster Funktion und Nationalität und nicht zuletzt die Koordination von Geschehnissen im Wahlkreis sind einige Beispiele. Ich konnte bei vielen dieser Themenfelder tiefgehende Einblicke gewinnen.

Überraschenderweise hatte ich von Berlin aus oftmals mehr Überblick über das „Tagesgeschäft“ im Wahlkreis, als ich es vor Ort hatte (ich bin selbst Wuppertaler). Der täglichen Analyse und Zusammenfassung aller relevanten Themen aus dem Wahlkreis sei Dank. Mir wurde schnell klar, wie facettenreich der inhaltliche Arbeitsalltag eines Abgeordneten und seines Teams ist. Digitalisierung und Breitbandausbau, Verkehrschaos durch Bauarbeiten, komplexe Sachverhalte aus der Außenpolitik, Besuchergruppen von Schülerinnen und Schülern, die mit ihrer Sicht und ihren Fragestellungen ganz neue Perspektiven eröffnen können u.v.m.

In den Sitzungswochen des Bundestages konnte ich zudem Beratungen zum Thema Bildung in MINT-Fächern und Polizei-„Bodycams“ besuchen, bei denen Experten und Politiker über mögliche Gesetzentwürfe diskutierten. Die Kombination aus Diskussion, Expertenrunde und Politik mag für viele Personen mäßig spannend klingen – doch in der Realität sind die Fragestellungen oft hochspannend, komplex und betreffen eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern. Leidenschaftliche Diskussion habe ich auch in einer Plenarsitzung erlebt, in der es um das Thema PKW-Maut ging.

Durch das Praktikantenprogramm der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag kam viel Austausch mit anderen Praktikanten zustande. In dieser Gruppe haben wir Exkursionen in die Gedenkstätte Hohenschönhausen, in das ehemalige Ministerium für Staatssicherheit, in den Bundesrat und an viele weitere Orte unternommen. Dazu haben wir direkt mit Politikern wie Michael Grosse-Brömer, Volker Kauder, Peter Altmaier oder auch Wolfgang Schäuble diskutieren können. Von Angesicht zu Angesicht waren politische Fragestellungen greifbarer, lebendiger und intensiver als zum Beispiel durch ein TV-Statement von Politikern.

Weitere persönliche Highlights waren für mich ein Besuch im Bundesministerium für Verteidigung, die Teilnahme am Digitalisierungskongress „Perspektive Digital“ und eine Führung samt Mittagessen im Auswärtigen Amt. Ich selbst hatte mich vor all diesen Erlebnissen als politisch gebildet betrachtet – doch diese ganzen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass es immer noch viel mehr spannende Einblicke und Erkenntnisse gibt, als man sich vorstellt. Obwohl ich mich auch nach vier Wochen teilweise noch verlaufen habe, konnte ich auch für Freunde Führungen durch den Bundestag geben – für die Besuchergruppen ebenfalls immer eine spannende Angelegenheit mit vielen politischen Aha-Erlebnissen (am Ende haben wir auch immer den richtigen Weg gefunden).

Ich danke Herrn Hardt und seinem gesamten Team für die Möglichkeit, im Bundestag bzw. seinem Berliner Abgeordnetenbüro ein Praktikum zu absolvieren sowie für die gute Einbindung und Unterstützung vor Ort.