Praktikumsbericht von Tobias Linden

10. Juli 2015

Tobias Linden absolvierte in der Zeit vom 1. Juni bis 10. Juli 2015 sein Praktikum in meinem Berliner Büro. Hier sein abschließender Bericht dazu:

„Mein Name ist Tobias Linden. Momentan studiere ich „Politics, Administration & International Relations“ im 5. Semester an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Durch meinen Studiengang vertiefte sich mein Interesse an der internationalen Politik und so war es für mich ein logischer Schritt, in den Semesterferien mein erstes politisches Praktikum zu absolvieren. Der Bundestag würde für mich eine vielfältige Bühne darstellen um den deutschen Politikalltag hautnah miterleben zu können und da mein Vater im Bergischen Land wohnt, wurde ich auf Herrn Hardt aufmerksam. Seine Arbeit in den Ausschüssen für Verteidigung und für Europäische Angelegenheiten und vor allem seine Position als Koordinator für die Transatlantische Zusammenarbeit weckte meine Neugier, sodass ich mich umgehend bewarb.

Nun neigen sich meine 6 Wochen im Bundestag auch schon dem Ende entgegen und ich Blicke zurück auf eine faszinierende Erfahrung voller spannender Eindrücke, die mich noch lange begleiten werden. Mein Praktikum begann Anfang Juni in einer sogenannten sitzungsfreien Woche. Also in einer Woche, in der keine Ausschuss- und Plenarsitzungen stattfinden und die meisten Abgeordneten wie auch Herr Hardt sich auf ihre Wahlkreisarbeit konzentrieren. Ich wurde sehr herzlich von den Mitarbeiterinnen im Büro empfangen, durch die weitläufigen Räumlichkeiten des Bundestages geführt und bekam auch direkt meine ersten Arbeitsaufgaben. Ich formulierte z.B. eine Antwort auf einen Wählerbrief zur Homo-Ehe, überarbeitete eine Präsentation zu TTIP oder recherchierte für einen Bericht EU-Recht zu Atomkraftwerken. Während der darauffolgenden zwei Wochen füllte sich der Bundestag, da nun alle Abgeordneten in Berlin ihre Aufgaben als Parlamentarier wahrnahmen. Ich bekam die Möglichkeit, der Arbeitsgruppe Kommunales und Europa beizuwohnen und jeweils für mein Büro Berichte über deren Arbeit zu schreiben. Darüber hinaus konnte ich bei zahlreichen öffentlichen Sitzungen verschiedener Ausschüsse wie z.B. dem Europaausschuss oder auch dem Ausschuss für Wirtschaft und Energie teilnehmen und einen Eindruck von diesen entscheidenden Organen des Gesetzgebungsprozesses bekommen. Vor allem die Sitzungen des NSA-Untersuchungsausschusses empfand ich auf Grund ihrer Medienwirksamkeit und Aktualität als besonders spannend. Nicht allzu selten erlebte ich dort Szenen, die ich noch am gleichen Abend in den Nachrichten wiederfand. Natürlich war zudem auch die Griechenland-Krise ein omnipräsentes Thema, dass ich auf allen Ebenen bis hin zu entscheidenden Debatten im Plenum miterleben durfte. Ein wirklich einmaliges Erlebnis.

Oft genug wird in der Politik die Notwendigkeit von Debatten betont und im Bundestag bemerkte ich schnell, dass die Arbeit eines Abgeordneten wie Herrn Hardt zu einem großen Teil von der Teilnahme an verschiedensten Veranstaltungen auch außerhalb des Bundestages geprägt ist. Auch ich konnte beispielsweise an einem Montag in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik über den Juncker-Plan diskutieren und am Dienstag dem Luxemburgischen Premierminister in der Westerwelle-Stiftung zuhören. Am Mittwoch beim Sommerfest der Reserve der Bundeswehr mich fast für 12 Jahre verpflichten lassen, am Donnerstag mit Peter Frey über die Zukunft der deutschen Medien sprechen und am Freitag mit 50 deutschen Honorarkonsulen aus den USA zusammen zu Mittag essen. Eine Fülle von Veranstaltungen also, die für große Abwechslung sorgten. Außerdem organisierte das Büro für mich Führungen durch das ARD-Hauptstadtstudio oder auch das Berliner Abgeordnetenhaus, die neben meiner Teilnahme beim Fest zum 70-jährigen Bestehen der CDU meine Erfahrungen im bunten Berliner Politikbetrieb abrundeten.

Ich kann nur jedem, der sich auch nur im Entferntesten für Politik interessiert, empfehlen, sich einmal auf ein solches Erlebnis hier in Berlin einzulassen. Meine Praktikum hat mich auf vielfältigste Weise geprägt und ich bin vollends froh, mich damals beworben und ein so tolles und unterstützendes Team vorgefunden zu haben. Es wird jetzt sehr schwer für mich sein, den Trubel Berlins hinter mir zu lassen und wieder an den ruhigen Bodensee zurück zu kehren. Dafür freue ich mich schon jetzt umso mehr auf meinen nächsten Besuch der Hauptstadt. Denn der kommt bestimmt.“