Solidaritätskreis “Freiheit für Adil Dermirci” übergibt Unterschriften an Staatsminister Roth

28. September 2018

Seit mehr als fünf Monaten ist der deutsche und türkische Staatsbürger Adil Demirci in der Türkei inhaftiert. Adil Demirci, der in Remscheid beim Internationalen Bund als Sozialarbeiter tätig ist, hatte drei Beerdigungen und einen Gedenkgottesdienst in der Türkei besucht, bevor er dort festgenommen wurde. Jetzt wird ihm vorgeworfen, Mitglied einer Terrororganisation zu sein und Propaganda betrieben zu haben.

Diese Vorwürfe können diejenigen, die Adil Demirci persönlich kennen, nicht nachvollziehen. Sie haben einen Solidaritätskreis „Freiheit für Adil Demirci“ gegründet und setzen sich seit mehr als fünf Monaten für seine Freilassung ein. Über 5000 Unterstützungsunterschriften haben Bruder Tamer Demirci und Vater Eyuep Karatekin gemeinsam mit dem Solidaritätskreis gesammelt. Als Bundestagsabgeordneter Remscheid stehe nicht nur in regelmäßigem Kontakt zu Tamer Demirci, dem Bruder von Adil Demirci und Mitbegründer des Solidaritätskreises, sondern habe mich in Gesprächen mit türkischen Vertretern immer wieder für ein faires Verfahren und seine Freilassung eingesetzt.

Heute überreichte der Solidaritätskreis Unterschriften, die er für die Freilassung von Adil Demirci gesammelt hat, an Michael Roth, Staatsminister im Auswärtigen Amt. Michael Roth versicherte, dass Adil Demirci von dem Deutschen Generalkonsulat in Ankara konsularischen Beistand erhalte, regelmäßige Haftbesuche stattfinden und dass er sich auch weiterhin für ein schnelles und rechtsstaatliches Verfahren einsetzen werde.

Die türkische Regierung muss transparent darlegen, dass sie niemanden aus politischen Gründen in Gefangenschaft hält. In der Türkei sitzen zahlreiche Menschen ohne Anklage und ohne Aussicht auf zeitnahen Gerichtsentscheid in Haft – darunter auch deutsche Staatsbürger wie Adil Demirci. Die Türkei muss endlich zur Rechtsstaatlichkeit und Unabhängigkeit der Justiz zurückkehren.

Auf dem Foto: Mit Staatsminister Roth, Tamer Demirci, Eyuep Karatekin und Unterstützern vom Solidaritätskreis