Zu Gast in Ferguson (USA)

24. April 2015

Im Rahmen meiner Arbeit als Koordinator für die Transatlantische Zusammenarbeit habe ich in der vergangenen Woche die Städte Chicago und St. Louis besucht. In Gesprächen mit den Oberbürgermeistern, in Chicago mit Rahm Emanuel, früherer Stabchef von Präsident Obama, und in St. Louis mit Francis G. Slay, wurde mir deutlich, wie sich die Herausforderungen in den Großstädten ähneln. Kein Geld in der Kasse, ständiger Kampf um Arbeitsplätze und Lebensqualität. Ich fühlte mich doch sehr an meine frühere kommunalpolitische Arbeit im Bergischen Land erinnert.

In einem Vorort von St. Louis, in Ferguson, war es im August letzten Jahres nach der Erschießung eines Schwarzen durch einen Polizisten zu Unruhen gekommen. Die Bilder gingen um die Welt. Ich habe ein gutes und vertrauensvolles Gespräch mit der neu gewählten afro-amerikanischen Stadträtin Ella Jones geführt. Sie sitzt nun in der sechsköpfigen Stadtregierung und wird bald mit darüber entscheiden, wer neuer Citymanager (Stadtdirektor) und neuer Polizeichef in Ferguson wird. Sie glaubt, wie viele Schwarze in Ferguson, an die Zukunft der Stadt und vermittelte mir ein optimistisches Bild ihrer Heimat.

Falsche Kumpanei und rassistische Einstellungen, wie sie in der amerikanischen Polizei leider kein Einzelfall sind, wird man jedoch vor Ort nicht lösen können. Hier sind die Gouverneure der Staaten und die Regierung in Washington in der Pflicht. Aber auch hier zeigt sich, dass in Amerika Probleme offensiv angegangen werden.

Foto: ©juergenhardt.de