Am 16. Juni 2017 verstarb Helmut Kohl, Kanzler der Einheit und Ehrenbürger Europas

16. Juni 2017

Helmut Kohls Amtszeit, die bisher längste aller Bundeskanzler, war von Erfolgen gekennzeichnet, die aus heutiger, zurückblickender Sicht zu Meilensteinen der Deutschen Geschichte wurden: Die Festigung des westlichen Bündnisses durch sein klares Bekenntnis zum NATO-Doppelbeschluss, die Konsolidierung der deutschen Staatsfinanzen gemeinsam mit Bundesfinanzminister Gerhard Stoltenberg, seine konsequente Politik für Deutschland, die binnen elf Monaten nach dem Mauerfall zur Deutschen Einheit führte, und die Fortsetzung der europäischen Integration mit dem Ziel der Einigung unseres Kontinentes in Frieden und Freiheit.

Ich habe Helmut Kohl im März 1987 erstmals persönlich getroffen. Am Tag meiner Wahl zum Bundesvorsitzenden des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) sandte er mir ein Glückwunschtelegramm und lud mich als ständigen Gast zum Bundesvorstand der CDU ein. Von Anfang an hat mich seine Fähigkeit begeistert, in der großen CDU Strömungen und Meinungen zu integrieren und zu einem wirksamen Ganzen zusammenzuführen. Dies war nicht nur prägend für seine Arbeit als Parteivorsitzender, sondern auch als Bundeskanzler und europäischer Staatsmann. Seine Botschaft an nachfolgende Politikergenerationen ist, dass Deutschland nur dann glücklich und erfolgreich sein kann, wenn es stets gutes Einvernehmen mit Freunden und Partnern in der Welt sucht. Eine gute Außenpolitik ist für das Wohl der Menschen in Deutschland ebenso wichtig, wie gute Wirtschafts- und Sozialpolitik.

Meine Gedanken sind jetzt bei seiner Witwe Maike Kohl-Richter und bei seinen Söhnen.
Bild: Helmut Kohl (auf dem Platz von Angela Merkel) und Peter Hintze auf einem CDU-Parteitag in den 90er Jahren, ich war damals Büroleiter des CDU-Generalsekretärs ©juergenhardt.de