Praktikumsbericht von Christian Hintze
Während meines einwöchigen Praktikums vom 04. bis 08. Mai 2026 im Berliner Abgeordneten Büro von Jürgen Hardt habe ich spannende und vielseitige Einblicke in die parlamentarische Arbeit im Deutschen Bundestag erhalten. Da ich in der Nähe von Bonn lebe und derzeit Medizin in Göttingen studiere, bot mir dieses „Schnupper-Praktikum“ eine besondere Möglichkeit, über mein Studium hinaus praktische Erfahrungen im politischen Bereich zu sammeln.
Politik hat mich schon sehr lange interessiert, jedoch kommt man im Medizinstudium – abgesehen von einzelnen ethischen und gesundheitspolitischen Fragestellungen – vergleichsweise selten direkt mit politischen Prozessen in Berührung. Gerade die aktuellen politischen Herausforderungen, wie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die fortlaufenden Diskussionen um den Bundeshaushalt sowie zahlreiche gesundheits- und sozialpolitische Reformen, machten diese Sitzungswoche besonders spannend und eindrucksvoll. Für mich war es interessant zu erleben, wie politische Entscheidungsprozesse tatsächlich ablaufen und wie vielfältig die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten ist.
Während meines Praktikums durfte ich an vielen unterschiedlichen Aufgaben und Terminen teilnehmen. Unter anderem arbeitete ich an der Ausgestaltung eines Informationspapiers zur Bilanz nach einem Jahr unionsgeführter Bundesregierung mit und unterstützte bei der Beantwortung von Bürgerbriefen. Besonders spannend war für mich außerdem die Begleitung von Herrn Hardt zu verschiedenen Presse- und Social Media-Terminen. Dabei wurde mir auch deutlich, welche zunehmende Bedeutung Social Media und digitale Kommunikation mittlerweile für die politische Arbeit haben. Sie ermöglichen es Abgeordneten, ihre Arbeit im Bundestag transparent darzustellen und sowohl die Menschen im eigenen Wahlkreis als auch die politisch interessierten Bürgerinnen und Bürger direkt zu erreichen.
Darüber hinaus nahm ich an mehren innerfraktionellen Arbeitsgruppen teil, unter anderem zu Themen rund um den Libanon, Indien sowie zur Reform der Notfallversorgung in Deutschland. Außerdem besuchte ich öffentliche Ausschüsse (Europaausschuss, Gesundheitsausschuss) und verfolgte Plenardebatten im Deutschen Bundestag von der Besuchertribüne aus. So konnte ich politische Diskussionen und Entscheidungsprozesse unmittelbar miterleben und einen Eindruck parlamentarischer Arbeit gewinnen. Auch die Begleitung zu Abendveranstaltungen ermöglichte interessante Einblicke in das „politische Berlin“ außerhalb des regulären Sitzungsbetriebs.
Besonders beeindruckt hat mich, wie eng getaktet und abwechslungsreich der Alltag eines Bundestagsabgeordneten ist. Der Terminkalender war von früh morgens bis häufig spät in den Abend gefüllt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass politische Arbeit ein hohes Maß an Flexibilität erfordert und man als Politiker weit über sein eigenes Fachgebiet hinaus zu vielen Themen auskunftsfähig sein muss.
Ich möchte mich herzlich bei Jürgen Hardt und seinem gesamten Team bedanken, die mich während der Woche sehr freundlich aufgenommen haben und mir jederzeit die Möglichkeit gegeben haben, einen offenen und authentischen Einblick in den politischen Alltag zu erhalten. Die während des Praktikums gewonnenen Erfahrungen haben mein Interesse an politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen zusätzlich gestärkt und mir gezeigt, wie wichtig der Austausch zwischen Politik, Gesellschaft und verschiedenen Fachbereichen – auch der Medizin – ist.

