Praktikum

Regelmäßig nehmen junge Menschen die Gelegenheit wahr, in meinem Abgeordnetenbüro im Deutschen Bundestag in Berlin ein Praktikum zu absolvieren.

Tabitha Urban absolvierte vom 12. Juni bis 21. Juli 2017 ein Praktikum in meinem Berliner Büro. Was sie dabei gelernt und erlebt hat, berichtet sie in Folgendem:

„Durch mein abgeschlossenes Bachelorstudium der Kriegsstudien und Internationalen Beziehungen am King’s College London hatte ich eine solide Grundlage in der Analyse der Dynamik von interstaatlichen Beziehungen. Was mir in meinem Studium jedoch gefehlt hat ist das ausführliche Verständnis davon, wie innerstaatliche Entscheidungen und Gesetze zur Ausführung einer bestimmten Politik entstehen.

Um mir daher über deutsche Politik im Bundestag einen Überblick zu verschaffen, durfte ich im Juni und Juli 2017 ein Praktikum im Büro von Jürgen Hardt absolvieren. Mit meinem Hintergrund in internationalen Beziehungen war dabei besonders interessant, dass Herr Hardt Außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion sowie der Koordinator für Transatlantische Beziehungen ist. Nach der Einführung in die Büroarbeit und in den Aufbau der täglich zu schreibenden Presseschau aus dem Wahlkreis, durfte ich anfangen, mich mit der Struktur und Arbeitsweise des Bundestags vertraut zu machen. Es gab viele Begriffe und Ausdrücke zu lernen, sowie rein logistische Dinge, zum Beispiel wie ich am besten in die verschieden Häuser des Bundestags gelange. Viel Zeit blieb dazu aber nicht, denn schon in der ersten Woche meines Praktikums gab es Außentermine, zu denen ich mitgehen durfte. Von besonderem Interesse war für mich in dieser ersten Woche eine Podiumsdiskussion bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), bei der Herr Hardt auch als Podiumsgast eingeladen war, zum Thema einer europäischen Verteidigungsunion. Dabei ergab sich die Möglichkeit, viele interessante Standpunkte zu dem Thema zu hören. Dies war besonders relevant, da mich das Thema einer europäischen Verteidigungsunion durch die folgenden Wochen meines Praktikums begleitete. Zum Beispiel wurde es mir ermöglicht, an mehreren Kongressen der CDU teilzunehmen, unter anderem auch zum Thema der europäischen Verteidigungsunion, bei dem die Verteidigungsministerin den Kongress mit einer ausführlichen Rede eröffnete.

Während meines Praktikums fanden zudem zwei Sitzungswochen statt, bei denen ich viel Neues erleben durfte. Es wurden Anfragen beantwortet, Anträge gestellt und Ausschüsse haben getagt. Da ich von dem Praktikum so viel wie möglich mitnehmen wollte, besuchte ich verschiedene öffentliche Ausschüsse, verfolgte mehrere interessante Debatten „live“ im Plenum und  betrachtete das Spektakel bei der wöchentlichen Fraktionssitzung im Reichstag. Außerdem wurden während dieser Wochen höchst interessante außenpolitische Ereignisse debattiert, wie zum Beispiel die Verlegung der Bundeswehr von Incirlik nach Jordanien. Als Außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU im Bundestag gab es für Herrn Hardt daher auch viele wahrzunehmende Interviewanfragen, bei denen ich ihn gerne begleitete. Zu sehen, wie „O-Töne“ gesammelt und Interviews ausgeführt werden, welche man normalerweise nur fertig zusammengeschnitten in den Medien sieht und hört, war für mich eine neue und spannende Erfahrung.

Besonders in Erinnerung wird mir die letzte Sitzungswoche vor der „Sommerpause“ bleiben. Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel das Wort „Gewissensentscheidung“ benutzte um eine mögliche Entscheidung zum Thema der „Ehe für Alle“ zu beschreiben, ging in dieser letzten Sitzungswoche alles sehr flott. Die Abgeordneten der Union formulierten Statements zu ihrer Position bezüglich des Themas, und nur wenige Tage später, am letzten Sitzungstag, fand die Abstimmung im Bundestag dazu statt. Es war nicht nur einmalig zu sehen, wie ein solch bedeutendes sozial-politisches Thema im Bundestag gesetzlich verabschiedet wird, sondern auch den Strategiekampf der verschiedenen Parteien zum Ende der 18. Wahlperiode zu beobachten.

Obwohl während meiner Praktikumszeit „nur“ zwei Sitzungswochen stattfanden, hieß das jedoch nicht, dass es nicht genug zu lernen und zu erleben gab: Von der Vorbereitung auf Besuchergruppen aus dem Wahlkreis, zum Schreiben von Vermerken und Beiträgen für die sozialen Medien, bis zum Recherchieren zu diversen Themen – die Zeit war immer gut ausgefüllt. Ich durfte von diesem Praktikum also viel mitnehmen und die Kollegen haben mir viele interessante Erfahrungen ermöglicht und mich herzlich aufgenommen. Dafür will ich mich beim ganzen Team und Herrn Hardt bedanken und die Wochen im Abgeordnetenbüro werden mir als eine äußerst spannende und lehrreiche Zeit in Erinnerung bleiben.“

Foto: ©juergenhardt.de

 

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